Context-Marktanalyse Drucker-Hardware

Anhaltender Run auf Consumer-Drucker

Drucker Homeoffice
© Daniel Krason | AdobeStock

Die hohe Nachfrage von Privatnutzern hat dem Drucker-Geschäft der Distributoren zur Jahresmitte einen Wachstumsschub beschert. Consumer-Geräte und Einstiegsdrucker für Homeoffice und Homeschooling können gar nicht so schnell geliefert, wie sie abverkauft werden.

Zur Jahresmitte können sich die Distributoren nicht über mangelnde Nachfrage nach Drucker-Hardware beklagen. Wie die Zahlen des Marktforschungsinstituts Context zeigen, stiegen die Verkaufszahlen in Deutschland im Juni 2021 stark an (30,4 Prozent im Jahresvergleich).

Context-Analyst Antonio Talia führt das vor allem auf die starken Verkäufe von Tintenstrahl-MFPs im Consumer-Markt zurück. Auch die Umsätze verzeichneten ein solides Wachstum von 27,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das jedoch etwas geringer ausfiel als der Zuwachs bei den Verkaufszahlen. Ursache sei der veränderte Produktmix mit mehr Verkäufen von Druckern der Einstiegsklasse in allen Kategorien und einem geringeren durchschnittlichen Verkaufspreis (ASP) als im Vorjahreszeitraum.

Antonio Talia, Head of Business Analysts, Business Unit Manager – Imaging bei Context
Antonio Talia, Head of Business Analysts, Business Unit Manager – Imaging bei Context
© Context

Insgesamt verzeichnete das Privatkundensegment, das mehr als die Hälfte (54 Prozent) zum Gesamtabsatz beiträgt, ein bemerkenswertes Wachstum von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut Context wurden aber auch im Geschäftskundensegment mehr Drucker verkauft. Allerdings fiel der Zuwachs deutlich geringer aus (6,6 Prozent). Hier wurden mehr Einstiegs- (mit Preisspannen zwischen 200 und 300 Euro) und Mittelklasse-Geräte (mit Preisspannen zwischen 400 und 700 Euro) verkauft. Als Grund nennt Talia die Lieferengpässe bei Consumer-Druckern, weshalb die Käufer auf günstige Business-Geräte ausgewichen seien.

Tinte als Wachstumstreiber
Tintenstrahl-Multifunktionsgeräte, die im Juni 2021 rund 67 Prozent der Verkäufe ausmachten, verzeichneten im Juni ein starkes Wachstum von 58,6 Prozent im Jahresvergleich und trieben den gesamten Druckerabsatz in Deutschland an. Ein noch höheres Wachstum erzielten die Distributoren hier bei den Umsätzen (76,1 Prozent). Auch das führt Talia auf die hohe Nachfrage nach teuren Business-Geräten zurück, weil nicht genügend Consumer-Drucker verfügbar waren. Die gestiegene Nachfrage nach Business-Tintenstrahldruckern führte auch zu einem Anstieg des durchschnittliche Distributionsverkaufspreises von 195,36 Euro im Mai 2021 auf 210,82 Euro im Juni 2021.

Auch das Segment der Drucker mit Tintentank hat sich nach der negativen Entwicklung im April (minus 19,7 Prozent im Jahresvergleich) und Mai (minus 29,6 Prozent), die Talia eher auf Verknappung als auf mangelnde Nachfrage zurückzuführt, im Juni stark erholt. Die Verkäufe stiegen um 185,9 Prozent im Jahresvergleich. Tintentankgeräte haben laut Context einen Anteil von elf Prozent an den Gesamtverkäufen im Tintensegment. Die hohe Nachfrage nach diesen Geräten führte im Juni 2021 auch zu Preiserhöhungen und zu einem noch höheren Umsatzwachstum von 227,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.


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