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Systemhaus Schneider & Wulf I

»Das ist ein Zusatzjob«

10. Mai 2021, 11:45 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

»Das ist ein Zusatzjob«
© Schneider&Wulf

2019 gegründet, geht das Geschäft der Solid Concept gerade durch die Decke, sagt Geschäftsführer Sven Wulf

Sven Wulf wird Geschäftsführer bei Solid Concept, bleibt aber weiter Chef bei Schneider & Wulf. Das Systemhaus ist schließlich Keimzelle der neuen, auf Medientechnik spezialisierten Firma. Der Boom überrollt gerade Wulf und sein Start-up gerade.

Bevor Sven Wulf noch mehr Dementi auf seine neue Statusmeldung abgeben muss, dass er nun Geschäftsführer bei Solid Concept ist: »Nein, ich habe Schneider & Wulf nicht verlassen«. Den Job des Geschäftsführers bei Solid Concept mache er zusätzlich, sagt er im Gespräch mit ICT CHANNEL. Die Firma wurde bereits 2019 von den Gesellschaftern der Schneider & Wulf gegründet. Das ist insofern bemerkenswert, weil die Systemhaus-Chefs schon geraume Zeit vor der Pandemie den Bedarf für ein auf Medientechnik spezialisierten Dienstleister erkannt hatten und letztes Jahr dann mit dem Lockdown »das Geschäft durch die Decke ging und geht«, sagt Wulf auf Nachfrage.


Fünf Mitarbeiter der von Schneider & Wulf unabhängig agierenden Solid Concept haben alle Hände voll zu tun, Audio-, Video-, Präsentationstechnologie zu verkaufen, Fragen der technischen und baulichen Infrastruktur zu klären. Büro- und Meetingräume werden auch nach der Pandemie so aussehen, wie sie teilweise heute schon durch große Displays und Konferenzsysteme auffallen. Immer mehr Unternehmen sind heute ja auch Produzent ihres eigenen Video- und Audio-Contents, sind Verleger eigener Texte und Betreiber von Medienkanälen. Gut gemacht, sind die Inhalte keine plumpe Werbung, sondern informative Fachinformation, immer mit allgemeingültigem Relevanzbezug. Dafür braucht es Technik, die Solid Concept liefert.


Enge Herstellerbeziehungen sind zu Barco, Epson, Sennheiser, Bose und  Samsung bereits geknüpft. Man ist Zoom-Partner (auch für die Hardware), verkauft und schult auch Microsoft Teams. »Wir fokussieren und ausschließlich auf Premium-Hersteller«, so Wulf. »Perfekter Türöffner« sei die enge Zusammenarbeit mit dem Vertriebsteam der für Medientechnik zuständigen Sparte bei Deutsche Telekom. »Wir machen zusammen mit den Telekom-Betreuern zwei bis drei Termine in der Woche«.


Das Geschäft brummt, und während der Netzwerker Wulf die Strippen bei den Herstellern zieht, will er parallel die Mannschaft bei Solid Concept aufstocken. Vier bis fünf neue Mitarbeiter, 2022 sollen es dann bis zu 15 Angestellte sein. Gesellschafterin Maren Klug, Ex-IBM, dürfte bei der nicht leichten Suche nach qualifiziertem Personal ihre Connections spielen lassen.


Bis zu 100 Mitarbeiter in 2025 bei Schneider & Wulf
Personell sind die Aufgaben zwischen Schneider & Wulf und der Schwestergesellschaft Solid Concept klar getrennt. Synergien zwischen den Häusern gäbe es freilich, wenn Kunden identifiziert werden,  die Bedarf an Medientechnik und IT-Infrastruktur haben. Vom Aufschwung bei Schneider & Wulf profitiert auch die noch junge Gesellschaft. 2020 habe Schneider & Wulf das Wachstum um 40 Prozent gesteigert, 55 Mitarbeiter sind mittlerweile an Bord beim Systemhaus. Wulf spricht von einem »gesunden Wachstum mit jährlich rund zehn Mitarbeitern mehr«, auf das er achtet. Bis 2025 könnten bei Schneider & Wulf dann rund 100 Mitarbeiter beschäftigt sein.


Loslassen
Hat der Familienmensch Sven Wulf  mit dem Doppelamt bei Solid Concept und  Schneider & Wulf künftig noch Zeit für Frau und Töchter? Nun, den Golf-Urlaub auf Mallorca hat er gerade unter Dach und Fach gebracht, und wenn jetzt alle Systemhaus-Kooperationen mal weghören, wird Wulf auch nicht als Dauergast auf den Bühnen von iTeam, Kiwiko oder Ingo Lückers IT-League auftreten und Business Development-Vorträge halten müssen. »Es gibt ja in diesen Systemhauskooperationen fast keinen Partner für Medientechnik«, stellt Wulf. Er hofft freilich vielmehr, sich mit Solid Concept bei Kollegen ins Spiel bringen zu können, wenn diese potenzielle Kunden für das Thema haben.


Außerdem hat Wulf kein Problem mit dem Loslassen und Verantwortung übergeben. Vor Jahren hatte er den Vertrieb bei Schneider & Wulf selbst gemacht, nun sind dafür sechs Mitarbeiter verantwortlich. Und die müssen ihren Job richtig gut machen. »Auf uns kommen mittlerweile diejenigen Kunden selbst zu, die wir vor Jahren auf unsere Neukundenliste gerne gehabt hätten und uns überlegt hatten, wie wir sie gewinnen könnten«, so Wulf.


Zum prosperierenden Systemhaus-Geschäft fehlt Wulf nur noch eine noch prosperierende Partnerschaft zu Microsoft. Sie wird, da sind wir uns sicher,  nicht lange auf sich warten lassen.

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