Context-Marktanalyse Drucker-Hardware

Ferienzeit und Engpässe dämpfen Druckerverkäufe

16. Dezember 2021, 16:30 Uhr | Michaela Wurm | Kommentar(e)
Mann im Büro am Drucker
© A Stockphoto | AdobeStock

Die Urlaubszeit und die immer noch gravierende Verknappung bei Einsteigerdruckern haben die Verkäufe der Distributoren zur Jahresmitte wieder einbrechen lassen. Steigende Preise sorgten aber dafür, dass die Umsätze nicht so stark zurückgingen wie die Verkaufszahlen.

Bis zur Jahresmitte konnten sich die Distributoren nicht über mangelnde Nachfrage nach Drucker-Hardware beklagen. Wie die Zahlen des Marktforschungsinstituts Context zeigen, stiegen die Verkaufszahlen vor allem im Consumer-Segment noch im Juni 2021 stark an.

Das änderte sich ab Juli 2021 aber wieder. Wie Context-Analyst Antonio Talia berichtet, gingen die Druckerverkäufe in Deutschland im Juli stark zurück (minus 10,2 Prozent im Jahresvergleich). Er führt das hauptsächlich auf die negative Entwicklung bei Multifunktionsdruckern im Geschäftskundensegment zurück und zwar sowohl bei Tintenstrahl- als auch bei Lasergeräten. Beim Umsatz verzeichneten die Distributoren ebenfalls einen starken Rückgang von 9,2 Prozent im Jahresvergleich. Allerdings sorgten Preiserhöhungen bei bestimmten Modellen, insbesondere bei den immer noch knappen Consumer-Geräten, für einen Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise (ASP), sodass der Umsatz im Vergleich zum Volumen hier weniger stark zurückging.esvergleich,

Absatz von Drucker-Hardware über die deutsche Distribution
Grafik 1: Absatz von Drucker-Hardware über die deutsche Distribution
© Context

Insgesamt meldeten die Distributoren im Consumer-Segment, das 56 Prozent der Gesamtverkäufe ausmacht, einen Volumenrückgang um 6 Prozent im Jahresvergleich. Dennoch stiegen die Einnahmen um 4,9 Prozent, vor allem dank der starken Umsätze bei Tintenstrahl-MFPs (plus 17,7 Prozent im Jahresvergleich). Die anderen Kategorien im Consumer-Segment verzeichneten laut Talia jedoch allesamt starke Umsatzrückgänge.

Schlechter sah es bei den Business-Geräten aus. Hier verzeichneten die Distributoren laut Context einen starken Absatzrückgang von 16,3 Prozent und einen Umsatzrückgang von 14,7 Prozent, was Talia vor allem auf die Urlaubszeit zurückführt.

Tintenstrahl-MFPs machen mehr Umsatz

Tintenstrahl-Multifunktionsgeräte, die im Juli 2021 etwa 60,2 Prozent der Verkäufe ausmachten, verzeichneten einen Rückgang von 5 Prozent im Jahresvergleich, was erheblich zum allgemeinen Verkaufsrückgang in Deutschland beitrug. Dafür kletterten die Umsätze in dieser Produktkategorie um 3,5 Prozent im Jahresvergleich. Der Umsatzanstieg ging laut Talia auf das Konto von höheren Verkaufspreisen aufgrund gestiegener Verkaufszahlen von High-End-Druckern für Privatkunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und einer soliden Nachfrage nach Tintentankdruckern sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden. Geräte mit Tintentank verzeichneten ein bemerkenswertes Volumenwachstum von 73,2 Prozent im Jahresvergleich und ein noch höheres Umsatzwachstum von 98,4 Prozent im Jahresvergleich.

Laser-MFPs schwächeln

Einen drastischen Rückgang mussten die Distributoren dagegen bei Laser-Multifunktionsgeräten melden. Hier brachen die Verkaufszahlen im Juli 2021 um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein und die Umsätze um 25,2 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren laut Talia vor allem die Lieferengpässe bei Consumer-Druckern (minus 29 Prozent im Jahresvergleich) und weniger die mangelnde Nachfrage, sowie die „fieberhaften Verkäufe“ von Midrange- und High-End-Geräten für Unternehmen aufgrund der Urlaubszeit (minus 25 Prozent im Jahresvergleich).

Absatz von Drucker-Hardware über die deutsche Distribution nach Produktkategorie
Grafik 2: Absatz von Drucker-Hardware über die deutsche Distribution nach Produktkategorie
© Context

Tintenstrahl-SFPs, die nur 4,4 Prozent der Druckerverkäufe in Deutschland ausmachten, verzeichneten ebenfalls einen starken zweistelligen Umsatzrückgang von 38 Prozent im Jahresvergleich, den der Analyst auch vor allem auf die starken Engpässe zurückführt. Die hohe Nachfrage und der gleichzeitige Mangel an Produkten, insbesondere bei Geräten der Einstiegsklasse, führten zu Preiserhöhungen in der Distribution. Als Beispiele nennt Talia den Distributions-ASP für Consumer-Tinten-SFPs, der von 89,97 Euro im Juni auf 153,41 Euro im Juli hochschoss. Das kam dem Gesamtumsatz zugute, der mit einem Rückgang von 21,4 Prozent weniger stark ausfiel als der Einbruch bei den Verkaufszahlen. Bei Laser-SFPs, die 16,5 Prozent der Druckerverkäufe ausmachten, setzte sich dagegen der seit März von Context beobachtete positive Trend fort. Hier stiegen die Verkäufe im Juli um 9 Prozent und der Umsatz um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegen Ende des zweiten Quartals 2021 wurden mehr Produkte dieses Typs ausgeliefert, um frühere Auftragsrückstände und die erneute Nachfrage zu bedienen. Mehr Verkäufe von Laser-SFPs der Einstiegsklasse führten zu einem Rückgang des ASP auf 199,75 Euro im Juli gegenüber 221,45 Euro im Juni 2021. Die Verkäufe an Privatkunden stiegen hier stark an (plus 11,7 Prozent im Jahresvergleich), was vor allem auf mehr Verkäufe von Druckern der Einstiegsklasse zurückzuführen ist. Dafür ging aber auch der Umsatz um 5,9 Prozent im Jahresvergleich zurück. Die auf Geschäftskunden ausgerichteten Verkäufe stiegen laut den Context-Zahlen hingegen um 7,9 Prozent im Jahresvergleich und die Umsätze sogar um 9,6 Prozent im Jahr


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