Sicherheitsrisiko Drucker

Praxis: Drucken - aber mit Sicherheit!

21. Juni 2010, 17:16 Uhr | Bernd Reder
Drucksysteme und Multifunktionsgeräte können sich zum einen Sicherheitsrisiko entwickeln, wenn der IT-Manager keine Vorsichtsmaßnahmen ergreift oder das falssche Gerät anschafft.

Studien belegen, dass Unternehmen nichts so sehr fürchten wie den unkontrollierten Abfluss wettbewerbskritischer Informationen. Vor diesem Hintergrund sollten Drucker und Multifunktionssysteme (MFPs) als potenzielle Sicherheitslücken in der Unternehmens-IT nicht vernachlässigt werden.

Laut einer von der Unternehmensberatung Corporate Trust herausgegebenen Studie »Gefahrenbarometer 2010 – Sicherheitsrisiken für den deutschen Mittelstand« sehen die über 5000 befragten Unternehmen das größte Risiko für einen Informationsabfluss im leichtfertigen Umgang ihrer Mitarbeiter mit IT und Telekommunikation.

Es folgen Hackerangriffe, inklusive Spy- und Malware auf Platz zwei und böswilliger Datenmissbrauch durch das eigene Personal auf Platz drei.

Ähnlich stellt die kürzlich von Ernst & Young veröffentlichte »Global Information Security Survey« fest, Unternehmen hätten Schwierigkeiten, das Bewusstsein ihrer Mitarbeiter für Sicherheitsbedrohungen zu stärken. Künftig sollten sie den Fokus stärker auf den Schutz sensibler Informationen legen. Befragt wurden etwa weltweit 1900 Führungskräfte.

Ein Großteil der Unternehmen will sich verstärkt mithilfe Data-Leakage-Prevention-Technologien (DLP) vor dem Diebstahl von unternehmenswichtigen Daten schützen.

»Bei solchen Bemühungen, vertrauliche Daten im Unternehmen oder innerhalb eines dazu autorisierten Personenkreis zu halten, dürfen Drucker und Multifunktionssysteme in keinem Fall unberücksichtigt bleiben«, erklärt Helge Dolgener, Team Manager Product Management Office Products bei Konica Minolta Business Solutions Deutschland. »Nicht selten bilden sie einen der letzten Schwachpunkte in einem ansonsten hoch entwickelten Sicherheitssystem.«

Drucker als Sicherheitsrisiko nicht unterschätzen

Bei der Netzwerksicherheit haben die meisten Unternehmen bereits umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen realisiert: Der Zugang ist auf autorisierte Nutzer beschränkt, Firewalls und Antivirensoftware schützen vor Gefahr von außen. Datei-Server sind mit Verschlüsselungsmechanismen gegen Datenraub und unbefugte Einsichtnahme gesichert.

Doch Drucksysteme finden in Sicherheitskonzepten häufig nicht oder nur am Rande Erwähnung. Dabei sind moderne MFPs ebenso fester Bestandteil des Firmennetzwerks wie jeder File-Server, und ihre interne Festplatte kann Zugriff auf nicht weniger brisante Inhalte bieten.

Längst sind Multifunktionssysteme keine passiven Peripheriegeräte mehr, sondern zentrale Schnittstellen in der Unternehmenskommunikation. Sie bieten nicht nur Funktionen zum Drucken oder Kopieren, sondern können beispielsweise auch E-Mails und Faxnachrichten senden und empfangen. Gescannte Daten lassen sich mit nur wenigen Handgriffen weitergeleitet werden, auch an Adressaten innerhalb und außerhalb des Unternehmens, die diese Informationen nicht erhalten dürften.

»Mit dem Funktionsumfang und der immer stärkeren Integration der Systeme in die Arbeitsabläufe steigen nicht nur Effizienz und Geschwindigkeit der Prozesse, sondern leider auch das Missbrauchspotenzial«, so Dolgener. »Das Bewusstsein dafür fehlt aber vielfach, sodass Benutzer und Administratoren unfreiwillig selbst zum Sicherheitsrisiko werden.«


  1. Praxis: Drucken - aber mit Sicherheit!
  2. Risiko Nummer eins: Das Ausgabefach
  3. Risiken bei E-Mail- und Faxkommunikation ausschalten

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