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»Spectacles«

Snapchat-Macher gehen in Rennen um smarte Brillen in Führung

21. Mai 2021, 13:09 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Snapchat-Macher gehen in Rennen um smarte Brillen in Führung
© Snapchat

Brillen, mit denen man digitale Inhalte in die reale Welt einblenden kann, gelten als nächste wichtige Computer-Plattform. Bei der neuen Technologie wird mit einem Wettlauf der Giganten Apple und Facebook gerechnet. Jetzt kam ihnen ein kleinerer Rivale zuvor.

Die Macher der Foto-App Snapchat haben als erste in der Tech-Branche eine alltagstaugliche Computerbrille vorgestellt, mit der sich digitale Inhalte ins Blickfeld des Nutzers einblenden lassen. Solche Brillen werden unter anderem von Apple und Facebook erwartet - aber die Entwicklerfirma Snap überholte sie nun. Die »Spectacles«-Brille blendet die virtuellen Objekte zugleich nur in einen eingeschränkten Teil des Blickfelds ein. Sie ist zunächst nur für von Snap ausgewählte Nutzer verfügbar und wird nicht zum Kauf angeboten.

Die Kombination aus digitalen Inhalten und der realen Welt ist bekannt unter der Bezeichnung erweiterte Realität (AR, Augmented Reality). Bisher wird die Technologie vor allem auf Smartphone-Bildschirmen genutzt, auch Apple baut seit Jahren darauf.

Nach Anfängen in Spaß-Funktionen und digitaler Kunst werde AR immer mehr auch für geschäftliche Anwendungen eingesetzt, sagte Mitgründer und Chef Evan Spiegel der Deutschen Presse-Agentur. Aber voraussichtlich erst in den nächsten zehn Jahren werde man das volle Potenzial der Technologie mit AR-Brillen ausschöpfen können. »Bisher nutzten wir AR auf einem kleinen Bildschirm, als würden wir auf die Welt durch eine Toilettenpapier-Hülse blicken. Wenn wir in der Zukunft ein viel weiteres Blickfeld haben und dabei unsere Hände frei benutzen können, wird das ganz neue Möglichkeiten schaffen.«

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung der AR-Brillen sei derzeit, die richtige Balance zwischen einem möglichst großen Blickfeld für die digitalen Inhalte und dem Stromverbrauch sowie der Größe der dafür erforderlichen Bauteile zu finden, sagte Spiegel. Aktuell reicht eine Batterieladung für rund 30 Minuten. »Die technologischen Einschränkungen der Hardware fordern heute eine Menge Kompromisse ab.« Daher dürfte noch ein Jahrzehnt vergehen, bis die Brillen von Verbrauchern breit genutzt werden, schätzte Spiegel.

Die am Donnerstag enthüllte Brille von Snap wiegt 134 Gramm und hat mehrere Kameras, Mikrofone und Lautsprecher. Sie ist deutlich leichter und kompakter als die Hololens-Brille von Microsoft, die der Software-Konzern für Unternehmen anbietet. Ein weiterer Vorreiter war das Start-up Magic Leap, das hunderte Millionen Dollar für die Entwicklung eines High-Tech-Headsets ausgab, das so viel Rechenleistung benötigt, dass man einen kleinen Computer am Gürtel tragen muss.

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