Zustellung per Drohne

Amazon startet „Prime Air“

15. Juni 2022, 10:48 Uhr | Lars Bube | Kommentar(e)
Amazon Prime Air Drohne
© Amazon

Nach langer Vorlaufzeit will Amazon in Kalifornien nun offiziell mit der Express-Lieferung per selbstfliegender Drohne beginnen. Bis die Prime-Luftfracht auch nach Deutschland kommt, dürfte es aber noch einige Jahre dauern.

Drei Jahre nachdem Amazon seine Lieferdrohnen vorgestellt und mit Testflügen begonnen hat, werden sie nun offiziell in Dienst gestellt. Der Etailer hat dazu eine entsprechende Genehmigung bei der US-Luftfahrtbehörde FAA sowie bei einigen lokalen Behörden für die Aufnahme des Regelflugbetriebs gestellt und rechnet damit, dass diese in den nächsten Wochen erteilt wird. Als erste sollen sich dann die Prime-Kunden in der kalifornischen Gemeinde Lockeford kleinere Pakete per individueller Luftfracht innerhalb von einer Stunde nach der Bestellung nach Hause bringen lassen können. Der Drohnen-Service kostet keinen Aufpreis, die Nutzer müssen sich jedoch extra dafür registrieren und dabei auch einen geeigneten Lande- und Ablageplatz angeben. Damit wird ihnen dann künftig bei geeigneten Artikeln automatisch die neue Lieferoption „Prime Air“ angeboten. „Das Versprechen der Drohnenzustellung klang oft eher nach Science-Fiction. Wir arbeiten seit fast einem Jahrzehnt daran, sie Wirklichkeit werden zu lassen“, so Amazon.

Im nächsten Jahr will Amazon auf Basis der Erfahrungen in Lockeford sukzessive weitere Gebiete für die Drohnenlieferung erschließen – zunächst nur in den USA, später auch in anderen Ländern. Das Unternehmen verspricht, dass der Lieferdrohnen für die Kunden in Zukunft genauso normal werden soll, wie es heute der Anblick der Lieferwägen ist. Damit sich der Dienst diesem Ziel entsprechend gut skalieren lässt, hat Amazon bei der Entwicklung der autonom fliegenden Drohnen einen besonderen Fokus auf ein ausgeklügeltes System aus Sensoren gelegt, das einen sicheren Flug ohne externe Überwachung garantieren soll. Sowohl während des Fluges als auch bei der Landung erkennen die Drohnen damit statische und bewegliche Objekte und können selbständig Hindernissen wie anderen Fluggefährten, Menschen, Autos oder auch Tieren ausweichen. „Es ist relativ einfach, mit bestehender Technologie eine leichte Nutzlast über eine kurze Distanz in Sichtweite zu fliegen. Aber es ist eine ganz andere Herausforderung, ein Netzwerk aufzubauen, das Kunden in großen Gemeinden beliefern kann“, erklärt der Konzern die lange Entwicklungszeit.

Während die Kunden mit Prime Air von einer schnellen Zulieferung profitieren, erhofft sich Amazon durch das Liefermodell aus der Luft sowohl finanzielle Einsparungen bei den Logistikkosten, als auch eine Reduktion des CO2-Ausstosses durch die Reduktion der konventionellen Lieferfahrten.


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