Lablog Online: Suchen ohne Zensur

Aus dem Testlabor: Die flexible Peer-2-Peer-Seach-Engine »Yacy«

24. Oktober 2008, 10:21 Uhr | Andreas Stolzenberger | Kommentar(e)
Startbildschirm der Peer-to-Peer-Suchmaschiene »Yacy«. Die Open-Source-Lösung kann ein Anwender selbst betreiben.

Die Datensammelwut von Google, die nicht veröffentlichten Algorithmen der Suchmaschine und die bezahlte Werbung gefallen nicht jedem. Die Peer-to-Peer-Suchmaschine »Yacy« kann jeder selbst einsetzen. Im Labor von Network Computing musste die Open-Source-Software zeigen, wie gut sie im praktischen Einsatz ist.

Peer-to-Peer-Netzwerke haben einen schlechten Ruf, da Protokolle wie Edonkey oder Bittorrent im großen Stil zur Verbreitung von Raubkopien genutzt werden. Doch gerade die dezentrale und daher kaum kontrollierbare Datenstruktur solcher Dienste eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten wie für eine Web-Suche.

Wer etwas im Internet finden möchte, wendet sich bislang an Google, einem Großkonzern mit finanziellen Interessen. Zahlende Kunden landen in den Ergebnislisten auf den vorderen Plätzen. Viele Suchen führen zu langen Listen gesponserter Links. Pro-Google-Websites, welche Tools wie Analytics verwenden, erreichen ebenfalls bessere Page-Rankings. Sie liegen gleich hinter den Angeboten, welche Google-Ads auf den Seiten einbinden.

Der Betreiber der Suchmaschine gibt seine Suchalgorithmen nicht der Öffentlichkeit Preis. Niemand kann außerdem kontrollieren, welche Webseiten gar nicht in der Suche auftauchen, da sie einer konzerneigenen Zensur unterliegen.

Wer Informationen ohne Einschränkungen im Internet finden möchte, muss folglich seine eigene Suchmaschine verwenden. Diese müsste dann aber weite Teile des Internets durchforsten und indizieren, um akzeptable Ergebnisse zu erreichen. Um diesen Aufwand zu verringern, empfiehlt sich eine Suchmaschine, die sich mit anderen austauschen kann.

Eine solche Suchmaschine ist »Yet another Cyberspace«, kurz Yacy. Die Java-Software kann auf einer Arbeitsstation oder einem Server tätig werden. Der Anwender füttert Yacy mit einer Liste der für ihn interessanten Websites. Das Tool macht sich dann daran, die Sites bis zur vorgegebenen Content-Tiefe zu durchsuchen (Crawl) und zu indizieren. Es folgt dabei natürlich auch den Links zu verwandten Seiten. Zusätzlich kann der Anwender Yacy als Proxy verwenden: Die Suchmaschine begleitet dann den Benutzer auf seiner Reise durch das Web und indiziert alle besuchten Seiten.


  1. Aus dem Testlabor: Die flexible Peer-2-Peer-Seach-Engine »Yacy«
  2. Aus dem Testlabor: Die flexible Peer-2-Peer-Seach-Engine »Yacy« (Fortsetzung)
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