Messevertrag läuft aus

Berlin bald ohne Ifa?

9. März 2022, 8:50 Uhr | Michaela Wurm | Kommentar(e)
© Messe_Berlin

Der Vertrag der Ifa mit der Messe Berlin läuft im kommenden Jahr aus. Hinter den Kulissen tobt nun offensichtlich ein Machtkampf, wer die CE-Leitmesse künftig ausrichtet. Als Drohmittel soll auch eine mögliche Standortverlagerung im Raum stehen.

Seit fast 100 Jahren gehört die Ifa zu Berlin wie Brandenburger Tor und KaDeWe. Jetzt, kurz vor ihrem großen Jubiläum 2024 könnte die Stadt die prestigeträchtige Messe verlieren. Denn im kommenden Jahr läuft der Vertrag der landeseigenen GmbH mit dem Ifa-Veranstalter, der „Gfu Consumer & Home Electronics GmbH“ aus. Und hinter den Kulissen geht es heiß her, wie Beliner Zeitungen berichten.

Dabei soll auch der langjährige Messechef Christian Göke eine wichtige Rolle spielen. Göke hatte Ende 2020 seinen ursprünglich bis 2022 laufenden Vertrag mit der Messe aufgelöst.

Bisher waren Berliner Messegesellschaft und Gfu gemeinsam der Veranstalter der Ifa. Das ist bis einschließlich 2023 vertraglich geregelt. Doch die Gfu, die auch der Inhaber der Markenrechte an der Ifa ist, hat offenbar andere Pläne. Und dabei soll die Messe Berlin nur noch eine untergeordnete Rolle spielen – als Vermieter des Messegeländes rund um den Funkturm. Die Berliner Messegesellschaft lehnt dieses Konzept verständlicherweise ab, weil ihr dabei millionenschwere Einnahmen entgehen. Die Gfu soll im Gegenzug mit der Verlegung der Ifa drohen.

Wie der Tagesspiegel berichtet, hat sich die Gfu für die Neuausrichtung der Ifa mit dem britischen Veranstaltungsriesen Clarion Events und der Berliner Beteiligungsgesellschaft Aquila zusammengetan. Dieses Konsortium soll künftig die Messe ausrichten. Hier kommt Ex-Messechef Göke wieder ins Spiel. Denn Aquila gehört dem Großunternehmer Werner Gegenbauer, dessen Familienholding seit 2021 von Geschäftsführer Christian Göke geführt wird. Der Verdacht liegt nahe, dass die Neuausrichtung der Ifa von langer Hand geplant war.

Für dieses Jahr hatte die Ifa den großen Neustart geplant, nachdem die CE-Messe nicht bereits 2021 wieder wie geplant als Live-Veranstaltung stattfinden konnte und komplett ausfiel. Im ersten Corona-Jahr 2020 hatte die Ifa als einzige der großen Tech-Messen eine hybride Veranstaltung durchgezogen, bei der neben Online-Präsentationen auch Aussteller und Publikumsverkehr in vier Hallen auf dem Gelände zugelassen waren.


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