IT-Firmen im Umbruch: Symantec und Yahoo

Chefs von Sicherheitsspezialist Symantec und der Internet-Firma Yahoo gehen von Bord

18. November 2008, 8:25 Uhr | Bernd Reder | Kommentar(e)
Der Nachfolger von John Thomson: EnriqueSalem übernimmt 2009 bei Symantec den Posten des CEO.

Zwei Schwergewichte der IT-Industrie verlieren ihre Chief-Executive-Officers: Symantecs Chef John Thomson streicht nächstes Jahr die Segel. Auch Yahoos Mitbegründer Jerry Yang hat die Nase vom operativen Geschäft voll. Er wechselt in den Aufsichtsrat.

Zieht sich in den Aufsichtsrate von Yahoozurück: Jerry Yang, Mitbegründer und CEO des Internet-Unternehmens.
Zieht sich in den Aufsichtsrate von Yahoozurück: Jerry Yang, Mitbegründer und CEO des Internet-Unternehmens.

Der Führungswechsel bei Symantec soll im kommenden Jahr über die Bühne gehen. Der bisherige Chief Executive Officer John Thomson wird seinen Posten im kommenden Jahr an Enrique Salem übergeben, derzeit der Chief Operating Officer (COO) bei Symantec.

Thomson widersprach Gerüchten, er gehe, weil sich die finanzielle Lage Symantecs durch die aufkommende Wirtschaftsflaute verschlechtern werde. »Zehn Jahre sind einfach genug«, so seine Begründung.

Unter Thomsons Ägide wandelte sich Symantec von einem Anbieter von Antiviren-Software zu einem Hersteller von Lösungen für unternehmensweite Netze, inklusive Backup-, Storage-Management- und IT-Sicherheitssoftware.

Erste Reaktionen von Systemhäusern und Händlern in den USA auf Thomsons Ankündigung lassen erkennen, dass sich die Branche von dem Führungswechsel eine noch stärkere Ausrichtung von Symantec auf Enterprise-Lösungen erhofft.

Zudem, so etliche Händler, erwarte man eine ausgefeiltere Channel-Strategie. Ein zentraler Kritikpunkt: die »Wald-und-Wiesen«-Vertriebspolitik, die dazu geführt habe, dass Anwender Symantec-Produkte überall finden könnten, bei Fachhändler wie im Supermarkt um die Ecke.

Yahoo: Jerry Chang gibt auf

Auch Yahoo steht vor einem tief greifenden Umbruch. Jerry Chang, Mitbegründer und CEO der Firma, gibt seine Position ab und wechselt in den Aufsichtsrat. Mitentscheidend dafür dürfte gewesen sein, dass er bei der letzen Jahreshauptversammlung nur mit 66 Prozent der Aktionärsstimmen in seinem Amt bestätigt wurde.

Der Streit über das Übernahmeangebot durch Microsoft hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Yang keine Lust mehr hat, Yahoo zu führen. Speziell der Investor Carl Icahn, der sich bei der Internet-Firma einkaufte und vom Microsoft-Deal massiv profitiert hätte, machte Yang das Leben schwer.

Der Schritt von Yang macht den Weg für ein neues Angebot von Microsoft frei. Nach Informationen des Wall Street Journal hat Microsoft-CEO Steve Ballmer entgegen seinen offiziellen Beteuerungen eine Übernahme des Suchmaschinen-Geschäfts von Yahoo noch nicht abgeschrieben.

Ballmer wolle abwarten, wer neuer Chef der Internet-Firma werde, bevor er ein neues Angebot abgebe.

Hinzu kommt, dass der Preis für Yahoo angesichts der geplatzten Kooperationsgespräche mit Google und Time Warner jetzt deutlich niedriger sein dürfte als die mehr als 50 Milliarden Dollar, die Microsoft ursprünglich bot. Für den Software-Riesen könnte sich das Warten also letztlich im wahrensten Sinne des Wortes auszahlen.


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