Virtualisierung im Rechenzentrum

Cisco lanciert Produkte für das »Data Center 3.0«

26. Juni 2008, 13:36 Uhr | Bernd Reder | Kommentar(e)
Die Application Control Engine (ACE) unterstützt jetzt auch das Protokoll SIP.

Vor einem Jahr stellte Cisco seine »Data-Center-3.0«-Architektur vor. Jetzt sind nach dem kombinierten Ethernet-Switch/Storage-System Nexus 7000 weitere Produkte verfügbar, mit denen sich Rechenzentren virtualisieren lassen.

Die »Silos«, die im Rechenzentrum immer noch vorherrschen, will Cisco mit seiner Data-Center-3.0-Archtitektur aufbrechen. Statt »hier Server, hier Speicher, hier Anwendung« sollen virtualisierte Pools zum Zuge kommen. In ihnen, so der Netzwerkhersteller, werden Server, Storage-Systeme, Applikationen und Netzwerkfunktionen konzentriert.

Das Ziel: die physikalischen und logischen Ebenen im Rechenzentrum sollen entkoppelt werden. Cisco verspricht sich davon, dass sich Ressourcen wie Rechenkapazität, Netzwerke oder Speicherplatz flexibler und schneller an Veränderungen anpassen lassen.

Das hört sich hoch theoretisch an. Doch nun hat Cisco nach dem Nexus 7000 (siehe unseren Bericht) weitere Produkte für Data Center 3.0 vorgestellt. Das erste ist das Software-Release 4.1 für die »Wide Area Application Services« (WAAS). Es dient dazu, Applikationen zu virtualisieren, die Außenstellen nutzen.

So kann eine WAAS-Appliance beispielsweise Windows Server 2008 als gehosteten Dienst zur Verfügung stellen. Außerdem soll WAAS 4.1 die Leistung von Anwendungen verbessern, die über Weitverkehrsnetze in die Außenstelle transportiert werden, etwa von Exchange, Video-Streaming und File-Sharing unter Linux und Unix.

ACE-Leistung verdoppelt

Eine zweite Komponente von Data Center 3.0 ist Ausgabe 3.1 der Cisco Application Control Engine (ACE). Sie steigert den Durchsatz des ACE-Switches 4170 auf 4 GBit/s. Die Kompressionsleistung wurde auf 2 GBit/s erhöht – doppelt so viel wie bislang.

ACE unterstützt jetzt zudem das Session Initiation Protocol (SIP) sowie das Real-Time Streaming Protocol (RTSP). Damit lassen sich auch Echtzeit-Anwendungen für Unified-Communications virtualisieren.

Die dritte Neuerung ist Version 1.2 von Cisco VFrame. Das Framework dient dazu, die virtualisierten Systeme und Anwendungen zu verwalten. Die aktualisierte Ausgabe arbeitet mit ACE und ESX von Vmware zusammen.

Hintergrundinformationen zu Data Center 3.0 sind auf Ciscos Web-Seite Data-Center-Lösungen zu finden.

Einer der Hauptvorteile von virtualisierten Data-Centern ist nach Angaben von Cisco die Zeitersparnis: Einen neue Anwendung auf einen Server zu bringen, dauert demnach sechs bis acht Tage. Bei einem Storage-System sind es 15 bis 20 Tage. Data Center 3.0 reduziert diese Spanne angeblich auf ein drei Tage.


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