Umsatzeinbußen im Einzelhandel

»Da reicht eine Monatsmiete einfach nicht«

14. Dezember 2020, 12:36 Uhr | dpa | Kommentar(e)
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© Soeren Stache/dpa

Durch den neuerlichen Shutdown verlieren Einzelhändler allein in Hessen täglich bis zu 65 Millionen Euro Umsatz. Kurz vor dem Shutdown kommenden Mittwoch bilden sich lange Schlangen vor den Läden.

Der hessische Einzelhandel erwartet wegen des verschärften Shutdowns ab dem kommenden Mittwoch hohe Umsatzverluste. Täglich dürften im Land bis zu 65 Millionen Euro Einnahmen fehlen, sagte Einzelhandelspräsident Jochen Ruths am Montag. Bundesweit war eine Summe von rund einer Milliarde Euro genannt worden.
Die bislang angekündigten Hilfen zu den Fixkosten reichten insbesondere bei den Geschäften nicht aus, die besonders von Weihnachten abhängig seien. Als Beispiel nannte Ruths Spielwarengeschäfte, die bis zu einem Viertel ihres Jahresumsatzes in der Adventszeit machten. »Da reicht eine Monatsmiete einfach nicht.«


Die Ankündigungen vom Wochenende hätten bei seinem Textilgeschäft in Friedberg bereits am Montagmorgen zu einem kleinen Ansturm geführt, sagte Ruths. »Wir haben eine Stunde früher aufgemacht und werden auch eine Stunde später schließen als sonst. Es läuft aber alles noch in geregelten Bahnen. Das kriegen wir in den kleineren Städten auch hin.«


Am Montagvormittag bildeten sich in Frankfurt bereits lange Schlangen vor Buchhandlungen, Paketstellen und Bankfilialen. Die Menschen standen schon vor Geschäften an, bevor diese öffneten. Auch telefonisch gab es bei manchen Händlern kein Durchkommen mehr für Bestellungen.


Noch seien zahlreiche Details für die Lockdown-Phase nicht geklärt, beklagte Verbandsvertreter Ruths. So wüssten die Händler nicht, in welcher Form sie vorbestellte Ware an die Kunden geben könnten. Auch sei nicht zu verstehen, dass der Spielwarenhändler schließen müsse, während dieses Sortiment in Drogerien oder beim Lebensmittelhändler weiter erhältlich sei. Hier gebe es deutliche Versäumnisse der Politik. »Das hätte man alles im Sommer in Ruhe regeln können. Stattdessen herrschte das Prinzip Hoffnung.«


Für die Beschäftigten werde die Schließung vor allem erneute Kurzarbeit bedeuten, meinte der Handelspräsident. Der Handel habe die Kurzarbeit als äußerst flexibles Instrument für sich entdeckt und werde entsprechend die Leute flexibel einsetzen, sei es für Online-Aktivitäten oder für einen vorsichtigen Wiederanlauf im Januar.

 


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