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Die Gamesbranche geht wieder durch die Decke

27. August 2020, 13:06 Uhr   |  Natalie Lauer | Kommentar(e)

Die Gamesbranche geht wieder durch die Decke
© Gorodenkoff - AdobeStock

Gaming hat die Massen erobert. Das zeigen nicht zuletzt die rekordverdächtigen Umsatzprognosen für 2020. Sie lassen sich insbesondere auf das gesteigerte Interesse an Videospielen während des Lockdowns zurückführen. Dennoch wird der Markt auch nach der Überstehen der Pandemie weiter wachsen.

Dieses Jahr entfällt aufgrund der Corona-Pandemie für Hunderttausende Besucher das lange Anstehen vor dem Einlass der Kölner Pforten der Spielemesse Gamescon, da sie ausschließlich digital abgehalten wird. Die Videospielbranche muss sich also zwischen dem 27. und 30. August 2020 mit einem virtuellen Stelldichein begnügen, um ihre anhaltenden Erfolge in die Welt hinauszutragen und die neuen Rekordzahlen zu feiern. 

Diese können sich durchaus sehen lassen: Rund 159 Milliarden US-Dollar nimmt die Branche im Jahr 2020 weltweit nach Prognosen der EU-Kommission ein. Dies entspricht einem Wachstum um 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Bärenanteil (40 Prozent) machen dabei mit 63,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und damit einem Zuwachs um 15,8 Prozent die Spiele für Smartphones aus. 45,2 Milliarden US-Dollar Umsatz gehen auf das Konto der Konsolenspiele, die immerhin ein Wachstum von 6,8 Prozent gegenüber 2019 verzeichnen und 28 Prozent des Marktanteils für sich behaupten. Auf Platz drei positionieren sich PC-Spiele mit einem Anstieg des Umsatzes um 6,7 Prozent auf 33,9 Milliarden US-Dollar und einem Marktanteil von 21 Prozent. Tabletspiele warten dieses Jahr mit einem Zuwachs um 2,7 Prozent auf 13,7 Milliarden US-Dollar Umsatz auf. Während sie neun Prozent des Marktanteils für sich ergattern, müssen sich Browserspiele mit zwei Prozent zufriedengeben. Der mit ihnen erzielte Umsatz fällt um 13,4 Prozent auf drei Milliarden US-Dollar.

Lockdown und neue Spielkonsolen kurbeln den Umsatz an
Der Gamingmarkt-Analyst Newzoo führt den enormen Anstieg des Umsatzes bei Videospielen auf die Lockdown-Maßnahmen zurück, da diese während dieser Zeit ein Vakuum gefüllt und über die soziale Vereinsamung hinweggeholfen haben. Die Behauptung untermauern die Ergebnisse einer aktuellen Studie der National Literacy Trust. Demnach hat über die Hälfte der Befragten während der Kontaktsperren über Videospiele mit Freunden und Familie kommuniziert. Einen weiteren Faktor für den Boom soll der Launch der neuen Konsolen von Sony (Playstation 5) und Microsoft (Xbox Series X) Ende des Jahres darstellen. Laut den Ergebnissen einer Online-Umfrage des Verbands der deutschen Games-Branche beabsichtigen rund acht Millionen Menschen den Kauf der neuen Spielkonsolen.  

Handyspiele stehen hoch im Kurs
Zwar verzeichneten alle Videospiel-Segmente in Folge der Corona-Maßnahmen einen beachtlichen Anstieg in Sachen Interesse und Umsatz, Handyspiele nehmen dabei allerdings 2020 mit einem Gesamtumsatz von 77,2 Milliarden die Spitzenposition ein.  

Grund für deren zunehmende Beliebtheit ist laut Newzoo die Tatsache, dass sie am einfachsten zugänglich sind. Mehr als zwei Fünftel der Weltbevölkerung besitzt ein Smartphone und einige Handyspiele sind kostenlos. Hingegen ist nicht jeder im Besitz eines Pcs. Internet-Cafes gehören mehr und mehr der Vergangenheit an und das dortige Klientel weicht deshalb auf Handyspiele aus.

Gegenwärtig wird von einem noch rasanteren Wachstum des Handyspiele-Segments ausgegangen, wenngleich es zweifellos schwierig ist, waschechte Zocker zu Handyzockern zu machen. Ende 2020 soll es insgesamt 2,6 Milliarden Gamer geben. Davon werden nur 38 Prozent für Videospiele bezahlen.
Darüber hinaus wird sich die Korrektur nach der Pandemie am deutlichsten im Bereich der Handyspiele abzeichnen, da diese neben einer leicht überwindbaren Eintrittsbarriere ebenso eine geringe Austrittsbarriere bieten.

Dauerboom setzt sich fort
Gegenwärtig spielen laut Newzoo weltweit nahezu 2,7 Milliarden Menschen zumindest gelegentlich Videospiele. Bis Ende 2023 soll ihre Anzahl die Drei-Milliarden-Marke knacken und die Umsätze schnellen dann auf 200,8 Milliarden US-Dollar nach oben. Das entspricht einem weiteren Anstieg um 8,3 Prozent. Dabei werden weiterhin Handyspiele das am schnellsten wachsende Segment sein.  

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