Neu- und Wiederbelebung der Cities

Digitale Angebote sollen Innenstädte attraktiver machen

14. April 2022, 8:13 Uhr | Michaela Wurm | Kommentar(e)
Digitale Services können den Einzelhandel beleben
© Dimedis

Internet-affine Konsumenten wünschen sich mehr digitale Angebote in Innenstädten. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Brancheverbands Bitkom. Bitkom-Chef Bernhard Rohleder glaubt, dass digitale Technologien bei der Neu- und Wiederbelebung der Innenstädte eine entscheidende Rolle spielen können.

Mehr Bürger haben sich während der letzten zwei Jahre daran gewöhnt, digitale Angebote und Einkaufsmöglichkeiten zu nutzen. Digitale Services könnten dabei helfen, nach dem Ende der Corona-Maßnahmen die Innenstädte und den Einzelhandel zu reanimieren. Zumindest das, was dann noch davon übrig ist. Denn die über zwei Jahre andauernden Lockdowns, Geschäftsschließungen und Einlassbeschränkungen haben eine Schneise der Verwüstung durch viele deutsche Städte gezogen. Und dabei sind noch längst nicht alle Schäden und Folgewirkungen offen zutage getreten. Vermutlich wird noch eine Reihe von alteingesessenen Einzelhandelsgeschäften in den kommenden Jahren ihre Türen für immer schließen. Aktuell hat die Elektronikhandelskette Conrad bekannt gemacht, dass sie alle Läden für Consumer schließt und sich nur noch auf das B2B-Geschäft konzentrieren wird.

Mehr digitale Angebote und Services könnten den Exodus aufhalten. Zumindest zeigt das eine aktuelle Bitkom-Umfrage unter mehr als 1.000 Internetnutzern ab 16 Jahren in Deutschland.Vor allem Internet-affine Konsumenten wünschen sich mehr solcher Angebote, etwa Echtzeit-Informationen auf ihr Smartphone, welche Produkte in den Läden vor Ort verfügbar sind (69 Prozent). Rund zwei Drittel der Befragten würden gerne die Preise lokaler Händler online vergleichen. 63 Prozent möchten eine die Möglichkeit, Online-Bestellungen im Geschäft abzuholen, sogenanntes „Click & Collect“. Die Hälfte (51 Prozent) wünscht sich eine digitale Anzeige etwa auf dem Smartphone, die über die aktuelle Auslastung der Innenstädte informiert.

6 von 10 (61 Prozent) Internetnutzern hätten gerne eine App, die lokale und regionale Angebote und Dienste auf dem Smartphone bündelt. Eine solche zentrale Innenstadt-App für Handel, Gastronomie, ÖPNV und andere Dienstleistungen würden drei Viertel (76 Prozent) der Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren nutzen und auch bei Personen ab 65 Jahren wäre es noch über die Hälfte (53 Prozent). Für die meisten (72 Prozent) ist darüber hinaus öffentliches WLAN ausschlaggebend für eine attraktivere Innenstadt.

„Digitale Technologien können bei der Neu- und Wiederbelebung der Innenstädte eine entscheidende Rolle spielen“, meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Insbesondere das Shopping-Erlebnis könne dadurch neuen Schwung bekommen.

Knapp 6 von 10 (59 Prozent) Internetnutzern wünschen sich Smartphone-Benachrichtigungen über Sonderangebote von Geschäften in unmittelbarer Nähe. Fast die Hälfte (49 Prozent) würde sich gerne von lokalen Händlern online beraten lassen. „Das Konzept des Omnichannel Retailing zeigt deutlich, wie sich stationärer Handel und Online-Handel erfolgreich verzahnen. Durch Click & Collect, kostenloses WLAN in Geschäften, Same-Day-Delivery oder Online-Bewertungen treten Händler mit ihren Kundinnen und Kunden vielfältiger und intensiver in Interaktion“, erklärt Rohleder. So meinen auch fast zwei Drittel (63 Prozent) der Internetuser, dass Einzelhändler den Einkauf vor Ort durch digitale Technologien spannender und komfortabler gestalten können.

Doch auch der Weg in und aus der Innenstadt kann mit digitalen Technologien erleichtert werden. So befürworten 62 Prozent eine Park-App, mit der etwa Parkplätze gefunden und Parkscheine gekauft werden können. 44 Prozent würden Mobilitäts-Angebote wie Shuttle-Services oder Lastenräder nutzen und 41 Prozent wünschen sich öffentliche Schnellladesäulen für Elektroautos.

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