Energiekosten hoch, Konsumlaune schlecht

Einzelhandel in der Krise

11. August 2022, 12:25 Uhr | Elke v. Rekowski | Kommentar(e)
Beratung im Fachhandel
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Der Einzelhandel leidet unter der aktuell schlechten Konsumstimmung der Kunden. Zusätzliche Sorge bereitet die Entwicklung der Energiepreise. Es muss etwas geschehen, fordert jetzt der Handelsverband Deutschland (HDE).

Nach Ansicht des Verbandes müssen gezielte und wirksame Maßnahmen ergriffen werden, die Händler und Kunden direkt unterstützen. „Die Konsumstimmung ist im Keller. Händlerinnen und Händler spüren eine zuvor nie dagewesene Verunsicherung ihrer Kundschaft und das branchenübergreifend“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Schon die Pandemie habe sich das Kaufverhalten verändert, die Energiekrise verstärke die Kaufzurückhaltung noch. Insbesondere bei größeren Anschaffungen Kunden zeigten Kunden extrem verhalten. Nach Ansicht des HDE ist die Kaufkraft zwar grundsätzlich vorhanden, doch auch Haushalte mit mittleren und hohen Einkommen sind bei ihren Einkäufen zurückhaltend.

Anschaffung werden zurückgestellt

„Die Konsumzurückhaltung zeigt sich in allen Branchen des Handels. Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen wesentlich preisorientierter ein“, so Genth. Während die Bundesbürger im Lebensmittelhandel häufig zu günstigen Produkten und zu Discount-Ware greifen, werden größere Anschaffungen derzeit einfach zurückgestellt. Viele Betriebe insbesondere im Non-Food-Handel bringe die schwache Konsumstimmung in eine außerordentlich schwierige Situation. „Bis heute hat der Einzelhandel mit den Folgen von inzwischen über zweieinhalb Jahren Pandemie zu kämpfen. Der Konsumeinbruch und die hohen Energiekosten fordern die Branche nun zusätzlich heraus“, sagt Genth.

Entlastungen ohne Gießkanne

Gezielte Entlastungen sind nach Ansicht des Verbandes daher dringend notwendig. „Die Gießkanne ist nicht das richtige Instrument, um Konsumimpulse zu setzen. Unterstützungsmaßnahmen sind nur wirksam und sinnvoll, wenn sie direkt bei den Haushalten und Unternehmen ankommen“, so Genth. Viele Händlerinnen und Händler könnten pandemiebedingt nicht mehr auf Eigenkapital zurückgreifen und daher die steigenden Energiekosten nicht ohne Weiteres allein abfangen.

Durch eine Absenkung der Stromsteuer oder mit einem Gaspreisdeckel könne der Staat mittelständische Unternehmen unterstützen. Der Einzelhandel sei in dieser Energiekrise nicht nur darauf angewiesen, dass die Versorgungssicherheit mit Energie gewährleistet ist. Es brauche auch eine Kostensicherheit.


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