HR-Abteilungen müssen umdenken

Elternpflege statt Konzernkarriere

20. Juni 2022, 8:30 Uhr | Michaela Wurm | Kommentar(e)
Vera Schneevoigt
© Fujitsu

Vera Schneevoigt, lange Leiterin von Europas größter Computerfabrik, beendet ihre Karriere, um sich um ihre Eltern zu kümmern. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf treffe eine Vielzahl von Berufstätigen. Sie appelliert an Unternehmen, hier dringend nach einer Lösung zu suchen.

Vera Schneevoigt hat eine beeindruckende Karriere hingelegt. Sie hat für große Tech-Unternehmen wie Siemens, Fujitsu und zuletzt als Chief Digital Officer im Geschäftsbereich Gebäudetechnik bei der Bosch-Gruppe gearbeitet. Fünf Jahre lang hat sie das Werk des japanischen IT-Konzerns Fujitsu in Augsburg geleitet.

 „Ab dem 1. Oktober ist damit Schluss – ich werde ein neues Kapitel aufschlagen. Ich beende meine Konzernkarriere“, schreibt sie auf Xing. Und „warum ich das jetzt alles aufgebe.“

Aus sehr persönlichen Gründen habe sie sich für den Schritt entschieden, den vielleicht einschneidendsten in ihrer Karriere. Ihre Eltern und ihre Schwiegereltern, alle um die 80 Jahre alt und nicht mehr ganz fit, würden zunehmend Hilfe im Alltag brauchen. Mit ihrem Mann habe sie deshalb überlegt, „welche Möglichkeiten wir haben, unser Leben anders zu gestalten, damit wir für unsere Eltern da sein können. Wir haben festgestellt, dass wir mehr Zeit für die wirklich wichtigen Menschen in unserem Leben brauchen und so einen Prozess in Gang gesetzt, unser Leben anders auszurichten.“

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Vera Schneevoigt
Vera Schneevoigt auf Xing
© Vera Schneevoigt

Sie haben daher beschlossen, von Oberbayern zurück in die Eifel zu ziehen. „Wir verkauften das Haus, organisierten den Umzug, und ich musste überlegen, wie es in meinem Beruf weitergeht. Oder eben nicht weitergeht. Denn am Schluss stand die Entscheidung, dass ich meine Arbeit bei Bosch aufgeben werde. Ich kündigte.“

Ihr Ausstiegsmodell konnte sie sich selbst stricken, um nicht von "Vera 100 Prozent" auf "Vera Null Prozent" umstellen zu müssen. Mit ihrem Arbeitgeber einigte sie sich auf einen maßvollen Ausstieg für die letzten zwölf Monate: Drei Monate Arbeit in Vollzeit und dann neun Monate in Teilzeit – mit Arbeitstagen von Montag bis Mittwoch.


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