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Feste Quote gefordert

Frauenanteil in Chefetagen steigt nur langsam

05. Oktober 2020, 14:25 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)


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»Freiwillig tut sich nichtst«

Firmen ab einer bestimmten Größe - in der Regel ab 2.000 Beschäftigten - müssen seit Anfang 2016 frei werdende Aufsichtsratsposten mit Frauen neubesetzen, bis mindestens ein Frauenanteil von 30 Prozent erreicht ist. Vorgaben zur Besetzung von Vorständen gibt es bisher nicht. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Justizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) hatten dazu einen Gesetzentwurf vorgelegt, der liegt wegen Widerstands in der Union auf Eis.

Im Koalitionsausschuss war Ende August vereinbart worden, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, um den Konflikt zu entschärfen. Eine erste Sitzung fand in der vergangenen Woche statt, ein neuer Termin steht aber noch nicht fest. Giffey hatte vor wenigen Wochen die Hoffnung geäußert, noch im September eine Einigung zu erreichen.

Ihr Ministerium will unter anderem die feste Geschlechterquote von 30 Prozent im Aufsichtsrat auf alle Unternehmen ausweiten, die paritätisch mitbestimmt sind. Damit werde die Zahl der betroffenen Firmen von derzeit 105 auf 600 steigen. Zudem soll es eine Quote für Vorstände geben: Bei vier oder mehr Mitgliedern soll mindestens eine Frau dem Gremium angehören müssen.

»Freiwillig tut sich nichts – nur die feste Quote wirkt«, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag. »Wir wollen, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen.« Das sei auch eine wirtschaftsfördernde Maßnahme. »Denn gemischte Teams treffen bessere Entscheidungen für die Unternehmen.«

Crifbürgel untersuchte für die Studie bundesweit insgesamt mehr als 900.000 Unternehmen, unabhängig von ihrer Mitarbeiterzahl. Im März 2018 lag die Frauenquote demnach bei 22,6 Prozent.

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dpa