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Feste Quote gefordert

Frauenanteil in Chefetagen steigt nur langsam

05. Oktober 2020, 16:25 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Frauenanteil in Chefetagen steigt nur langsam
© H_Ko - AdobeStock

Große Unternehmen müssen seit Anfang 2016 eine bestimmte Zahl von Positionen in der Leitungsebene mit Frauen besetzen. Das Frauenministerium sieht weiteren Handlungsbedarf. Doch eine Novelle liegt seit Längerem auf Eis.

Der Anteil von Frauen in den Führungspositionen deutscher Unternehmen steigt nur sehr langsam. Die Quote liegt derzeit einer Datenbank-Auswertung der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel zufolge bei 24,9 Prozent, wie aus einer Übersicht hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das war nicht mal ein Prozentpunkt mehr als vor gut einem Jahr - damals hatte Crifbürgel einen Wert von 24,2 Prozent ermittelt. Am stärksten vertreten in den Chefetagen waren Frauen im Gesundheits- sowie im Veterinärwesen und im Handel. Nur geringen Anteil spielen sie hingegen in der Schifffahrt, im Maschinenbau sowie im Baugewerbe.

Die Organisation Frauen in die Aufsichtsräte (Fidar) forderte erneut mit Nachdruck eine Ausweitung der verpflichtenden Quote in Aufsichtsräten auf börsennotierte oder mitbestimmte Unternehmen. »Das wäre der Hebel, um deutlich mehr Breitenwirkung zu erzielen und weit mehr Frauen in Führungspositionen zu holen«, sagte Fidar-Chefin Monika Schulz-Strelow der dpa. »Die verbindliche Frauenquote macht den Unterschied.« Bei den 105 Unternehmen, die bereits einer gesetzlichen Quote unterliegen, gebe es »größere Fortschritte«. Doch: »Je kleiner die Unternehmen sind und je weniger sie in der Öffentlichkeit stehen, desto geringer ist der Frauenanteil in Führungspositionen.«

An der Spitze lagen Crifbürgel zufolge Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, die jeweils auf einen Anteil von mindestens 30 Prozent kamen. Schlusslichter waren Bremen (22,5 Prozent) und Baden-Württemberg (22,8). Dass ostdeutsche Bundesländer an der Spitze liegen, hänge »sicherlich mit dem Selbstverständnis in Ostdeutschland zusammen, dass beide Elternteile arbeiten«, sagte Schulz-Strelow. »Grundsätzlich sind aber die Werte für alle Bundesländer enttäuschend. Gleichberechtigung in Führungspositionen der Wirtschaft ist eine gesamtdeutsche Frage, die uns alle angeht.«

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dpa