Web 2.0 im Unternehmen

Gartner: Firmen sollten Web 2.0 nicht verbieten

25. März 2008, 9:15 Uhr | Bernd Reder | Kommentar(e)
IT-Firmen wie Sun Microsystems setzen - natürlich - Wikis und Blogs alsKommunikationsmedien ein. Die meisten Unternehmen können jedoch mit solchen Web-2.0-Techniken nichts anfangen.

Wer die Nutzung von Web-2.0-Diensten untersagt, verärgert nicht nur seine Mitarbeiter. Er muss auch damit rechnen, dass sie weniger effizient sind, so die Beratungsgesellschaft Gartner.

Öffentliche VoIP-Dienste, Instant-Messaging, Blogs oder Social-Network-Plattformen wie Facebook sind vielen Firmenchefs und IT-Leitern ein Gräuel. Sie assoziieren damit Sicherheitsrisiken und eine geringere Produktivität der Mitarbeiter.

Falsch, sagt die Unternehmensberatung Gartner: »IT-Fachleute sollten vielmehr dafür sorgen, dass solche Anwendungen in ihrem Unternehmen zur Verfügung stehen, allerdings ohne dass dadurch Sicherheitslöcher entstehen«, so Joseph Feiman, Vizepräsident von Gartner.

Dass Wikis, Blogs und Instant-Messaging den Informationsaustausch innerhalb von Organisationen wesentlich verbessern können, ist mittlerweile erwiesen. Hinzu kommt, dass gerade jüngere Mitarbeiter nur ungern auf die Tools verzichten möchten, mit denen sie während ihrer Ausbildung gearbeitet haben oder die sie in ihrer Freizeit verwenden.

Ein zentraler Punkt laut Feiman ist jedoch, dass keine Web-2.0-Anwendung den Weg in das Unternehmen finden darf, die nicht zuvor auf Sicherheitsrisiken getestet wurde. Dadurch können Geschäftsführung und IT-Leiter sicherstellen, dass keine internen Informationen nach außen gelangen.

Deutsche Firmen und Web 2.0

Zum Einsatz von Web 2.0 in deutschen Unternehmen haben übrigens Coremedia und Berlecon im vergangenen Jahr eine Studie erstellt. Sie steht gegen Registrierung kostenlos zum Herunterladen bereit.

Das Kernresultat der Untersuchung: Die Hälfte der IT-Verantwortlichen hat erkannt, dass Web 2.0 für ihr Unternehmen relevant ist. Den Firmen ist jedoch unklar, welchen konkreten Nutzen solche Techniken bringen. So werden in 90 Prozent der Fälle Blogs oder Wikis nur innerhalb von Abteilungen verwendet, aber nicht über die Grenzen von Fachgruppen hinweg. Gerade das ist aber ein Hauptvorteil solcher Medien.

Andererseits gaben 90 Prozent der befragten Unternehmen an, dass die Anforderungen in puncto Kommunikation und Wissensaustausch gestiegen seien. Die Mehrheit der Befragten sieht sich jedoch dabei nicht ausreichend durch die IT-Abteilung unterstützt.


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