Server-Systeme

Geteilte Load ist halbe Load

7. Oktober 2007, 10:52 Uhr | Andreas Stolzenberger | Kommentar(e)

Buyer’s Guide: Server für Virtualisierung – Mit Multikern-CPUs und Hypervisor stemmen einzelne Server die Arbeit vieler – vorausgesetzt, die Zusammenstellung der Hardware passt.

Die Zeit der schnellen Einzelgänger ist vorbei. Die CPU-Entwickler haben ihre Bemühungen aufgegeben, einen einzelnen Prozessorkern bis zum Glühen hochzutakten. Die CPUs stagnieren bei Taktfrequenzen zwischen 2 und 3 GHz. Im Gegenzug integriert ein einzelner Chip immer mehr Kerne, welche Aufgaben parallel abarbeiten. Ein ähnlicher Trend ist, dank Virtualisierung, bei Applikationsservern zu sehen.

Bisher versuchten Administratoren, einen leistungsstarken Server mit möglichst viel Arbeit vollzupumpen. Ein einzelnes Host-Betriebssystem lässt sich dabei aber leicht überfordern. Natürlich arbeiten viele Applikationen auf einer Plattform parallel. Allerdings nutzen alle Programme Systemressourcen wie den TCP/IP-Stack und verursachen damit Flaschenhälse. Besonders bockig verhalten sich dabei Windows-Server. Leider beschränken sich die Programme hier nicht auf das eigene Applikationsverzeichnis. Bei der Installation pfuscht unter Windows eigentlich jedes Programm am System und dessen DLLs herum. Daher wundert es keinen Systemverwalter mehr, wenn spätestens die fünfte installierte Applikation die erste abschmieren lässt, da sich die System-Modifikationen der beiden Programme nicht vertragen.

Unter Unix/Linux treten diese Probleme selten auf. Eine Applikation hat im Systemverzeichnis nichts verloren. Dennoch fordern einige Programme ganz bestimmte Kernelversionen, mit der andere nicht arbeiten möchten. Zudem bleibt das Problem bestehen, dass viele Applikationen Systemressourcen gemeinsam nutzen und damit Flaschenhälse verursachen.

Der Trend geht daher zu Software-Appliances. Diese einzelnen virtuellen Maschinen kombinieren die Applikation mit dem angepassten Betriebssystem. Auf der Hardware selbst läuft nur noch der Hypervisor zur Verwaltung der VMs. Dieses Modell braucht mehr Ressorucen, da jede Applikation ihr eigenes OS mit sich herumzerrt. In Anbetracht der fallenden Preise für CPUs und Speicher rechnet sich das Modell dennoch.

Immer mehr Administratoren, die neue Server anschaffen, werden darauf Virtualisierung einsetzen. Bei der Auswahl der Systeme gelten andere Regeln für die Hardwarekonfiguration als bei nicht virtualisierten Rechnern.


  1. Geteilte Load ist halbe Load
  2. RAM wichtiger als Gigahertz
  3. Redundanz auf allen Ebenen

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