Einsparungen durch Virtualisierung

Grüne Server

18. Dezember 2008, 15:54 Uhr | | Kommentar(e)

Server und Speicher verbrauchen unnötig viel Strom. Schuld daran ist eine unzureichende Ausschöpfung der bestehenden Ressourcen. Wird an dieser Schraube per Konsolidierung und Virtualisierung gedreht, wird das den Stromverbrauch und dadurch den CO2-Ausstoß reduzieren. Darüber hinaus winken den Unternehmen weitere Einsparungen.

Bisher haben die Unternehmen im deutschsprachigen Bereich erst 15 Prozent ihrer Server virtualisiert, rüttelt Experton Group auf. Ähnlich niedrig fällt nach dem Marktinstitut der Virtualisierungsgrad auf der Speicherseite aus. Inwieweit durch die noch weitgehend ausstehende Virtualisierung Ressourcen und Strom vergeudet werden, wird am Beispiel »Server« besonders deutlich. Sie werden, so Insider, in der Regel ohne Virtualisierung nur zu 20 bis 25 Prozent ausgelastet.

Einsparungen …

Gründe dafür gibt es viele: eine heterogene Server-Infrastruktur, separat eingesetzte Server-Plattformen, unnötige Systemredundanz und der Zwang, nicht virtualisierte Umgebungen an den Lastspitzen ausrichten zu müssen. So laufen die Server die meiste Zeit lastfrei sozusagen im Leerlauf. Sie verbrauchen dennoch viel Strom und erzeugen somit unnötige CO2-Emissionen. Werden die bestehenden Installationen standardisiert, die Zahl der Einzelsysteme reduziert und die verbleibenden Server besser ausgelastet, wird der Lohn nicht ausbleiben: weniger Stromverbrauch und ein geringerer CO2-Ausstoß. Je konsequenter die Unternehmen ihre bestehende Server-Landschaft bereinigen und virtualisieren, umso mehr wird das dem eigenen Budget und der Umwelt zugute kommen. Eine neue Server-Generation in Quad-Core-, sogar mittlerweile in Hex-Core-Prozessor-Technologie, erschließen eine bessere Leistungsausbeute pro Watt gegenüber der Vorgängerversion um bis zu Faktor 3 respektive 5.

… ins Kostenverhältnis gesetzt

Beträchtliche Einsparungen zugunsten des eigenen Budgets und des Klimas sind ebenso auf der Storage-Seite möglich. Wenn auch hier der für die Server-Seite typische Einsparungseffekt entfällt, die Kapazitäten nicht länger an den Lastspitzen ausrichten zu müssen. Außerdem birgt die Virtualisierung von Servern wie von Speichern für die Unternehmen weitere Einsparungen und Leistungsvorteile abseits von einer Green-IT in sich: Die Administrationsaufwände werden reduziert, die Betriebs- und Wartungskosten gesenkt, die Dynamik der Ressourcenzuweisung gesteigert.

Die Virtualisierung zur Entlastung von Budget und Klima ist dennoch kein Selbstläufer. Viele Rahmenbedingungen sollten in die Überlegungen einbezogen werden. Die Geschwindigkeit der Virtualisierung beider Infrastrukturen ist von den Abschreibungsfristen der Einzelsysteme abhängig. Zeitversetzte Investitionen führen zu unterschiedlichen Abschreibungszeitpunkten, wird vorzeitig ersetzt und gekauft, entstehen Abschreibungsverluste. Eine Standardisierung beider Umgebungen ist abhängig von der Vielfalt der bestehenden Systeme. Je heterogener beide Installationen ausfallen, je länger wird sich die Bereinigung der Systeme hinziehen. Dort, wo innerhalb der Infrastrukturen investiert wird, sollte die Kalkulation der Zusatzkosten nicht außen vor bleiben. Sie entstehen durch die Anschaffung und Implementierung von Management- und Sicherheits-Tools sowie die Umsetzung von Hochverfügbarkeitsmaßnahmen auf logischer Ebene. Neue Server werden in der Regel neue Anschaffungen an Peripherie für Power & Cooling nach sich ziehen, gegebenenfalls auch in das Management solcher Kreisläufe. Andererseits stecken in diesen Investitionen für das Unternehmen zusätzliche Energie- und dadurch Kosteneinsparungen. Die Virtualisierungs-Software verursacht Lizenzkosten, es sei denn, sie ist Open-Source. Das Virtualisierungsprojekt generiert Aufwände und Kosten. Dazu kommen die Investitionen in Schulungen, um das IT-Betriebspersonal an das Management der neuen virtualisierten Umgebungen mit ihren komplexen logischen Beziehungen heranzuführen.

Ohne Alternative

Wie die Geschwindigkeit der Virtualisierung von Servern und Speichern auch ausfällt: Diese Maßnahme ist für Unternehmen, die Kosten einsparen und parallel das Klima nachhaltig entlasten wollen, unausweichlich. Analyse-/Simulations-Programme helfen dabei, Ort, Zeitpunkt, Art und Umfang der Investitionen zu bestimmen. Weiterhin Server- und Speicherkapazitäten im großen Maßstab zu vergeuden – dies bei stark steigenden Lasten – ist jedenfalls für die Unternehmen keine Alternative. Denn diese Fehlstrategie würde künftig noch stärker als heute zu Lasten ihres Budgets und des Klimas gehen.

E-Mail: peter.arbitter@siemens.com

Peter Arbitter, Leiter Portfolio und

Technologie Management bei

Siemens IT Solutions and Services


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