Deutliche Einsparungen sind möglich

Grünes Denken ist auch im Netzwerk möglich

5. November 2008, 13:43 Uhr | Werner Veith

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Grünes Denken ist auch im Netzwerk möglich (Fortsetzung)

Auch die Konvergenz von Sprach- und Datenübertragung wirkt sich direkt auf die Umwelt aus. Denn das Netzwerk muss mehr leisten. In der Folge wird auch mehr Energie verbraucht.

Schnellere Ethernet-Verbindungen bedeuten ebenfalls nach mehr Strom. 10-Gigabit-Ethernet verbraucht die sechsfache Strommenge gegenüber Fast-Ethernet. Power-over-Ethernet hat außerdem den Stromverbrauch in Kabelschränken dramatisch gesteigert. Ein typischer LAN-Switch frisst inzwischen 1KW statt 100W an Strom.

Die Notwendigkeit, weniger Energie zu verbrauchen, kommt auch im Netzwerkbereich an. Beispielsweise hat das Institute of Electrical and Electronic-Engineers (IEEE) eine Arbeitsgruppe gebildet, die ein Verfahren zur Energieeinsparung prüft. Dabei geht es um eine Ethernet-Schnittstelle, die die Link-Rate einer Netzwerk-Verbindung verringert, wenn der Link gerade nicht voll genutzt wird. Dieser Ansatz mit dem Nahmen »Rapid PHY Selection (RPS)« soll Anfang 2010 standardisiert werden.

Auch das Produktdesign ist ein Ansatzpunkt. So hat der Hersteller 3Com in 2004 damit begonnen, sein Portfolio an Switches zu erneuern. Im Vergleich zu den früheren Produkten verbrauchen die neueren Geräte bis zu 78 Prozent Strom. Ein niedrigerer Stromverbrauch bedeutet, das System wird nicht so heiß und benötigt damit weniger Kühlung in Kabelschränken oder Rechenzentren.

Welche Wirkung damit verbunden sein kann, lässt sich am folgenden Beispiel verdeutlichen: Es geht um ein Unternehmens-LAN, das aus 100 Ethernet-Switches oder rund 2000 Netzwerkknotenpunkten besteht. Dabei werden die Switches nachts nicht abgeschaltet oder in den Schlummermodus versetzt. Der Austausch von älteren Geräte wie dem »3Com 4924« gegen neuere wie den »3Com 4200«, spart pro Gerät 89,2 Watt ein. Bei 100 Switches sind dies 77890 kWh weniger. Soviel bennötigen 62 Einfamilienhäuser pro Jahr. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus verbraucht Angaben der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA zufolge 1250 Kilowattstunden Strom pro Jahr.


  1. Grünes Denken ist auch im Netzwerk möglich
  2. Grünes Denken ist auch im Netzwerk möglich (Fortsetzung)
  3. Stellschrauben für weniger Energieverbrauch
  4. Auch Umweltstandards achten

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