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Mainframe der Superlative

IBM baut Super-Superrechner

04. Februar 2009, 15:26 Uhr   |   | Kommentar(e)

IBM baut Super-Superrechner

Auch im Forschungszentrum in Jülich steht ein Supercomputer Reihe IBM Blue Gene/P. Die Version für das US-Umweltministerium wird allerdings deutlich leistungsstärker sein als "Jugene".

Um Amerika wieder auf die Sprünge zu helfen, soll IBM neue Rechner mit bisher noch nicht da gewesener Leistungsfähigkeit bauen. Zieltermin für die Fertigstellung ist 2011.

IBM hat symbolstarke Namen für seine neuen Rechnergiganten ausgewählt, die das Unternehmen im Auftrag des amerikanischen Energieministeriums entwickelt. Die kleine Variante soll »Dawn« (Morgendämmerung) heißen und damit wohl der Hoffnung auf Wiedererstarken der amerikanischen Wirtschaft Ausdruck geben. Geplante Leistung: 500 Teraflops (Billionen Operationen pro Sekunde).

Das größere der Systeme wird »Sequoia« genannt, so wie die Tausende von Jahren alten Mammutbäume an der kalifornischen Westküste. Sequoia soll bis zu 20 Petaflops (Billiarden Operationen pro Sekunde) verarbeiten. Fertig sein soll die neue Hardware 2011.

Anwendungsgebiete sind die nukleare Abschreckung und nebenbei Forschung auf den Gebieten Astronomie, Energie, Biotechnologie und Klima. Die Wettervorhersage, so schätzen amerikanische Experten, soll mit dem Boliden bis zu 40mal genauer werden. Das würde ermöglichen, das Wetter für jeden 100-Quadratmeter-Schrebergarten separat vorherzusagen. Bisher liegt die Rastergröße bei zehn Quadratkilometern.

Genauso wird sich die Erdbebenvorhersage um ein Vielfaches genauer gestalten. Es sollen Vorhersagen hinsichtlich der Schadenswahrscheinlichkeit bis hin zu einzelnen Straßenzügen oder Häusern möglich werden.

Basis beider Entwicklungen ist Blue Gene/P, also Cluster von Power-Prozessoren unter Linux. Sequoia soll aus 1,6 Millionen Power-Prozessoren bestehen, die in 96 Kühlschrank-großen Racks auf einer Fläche von 340 Quadratmetern untergebracht sind.

Addiert man die Leistung aller Rechner, die heute auf der Top-500-Liste stehen, soll diese Summe von der Leistung des neuen Monstrums übertroffen werden. Auch hinsichtlich der Energieeffizienz wird Sequoia wohl neue Maßstäbe setzen: Der Rechner wird über 3000 Operationen pro Watt bewältigen.

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