Printing

IBM verkauft Drucker-Sparte an Ricoh

12. September 2007, 5:55 Uhr | Bernd Reder | Kommentar(e)

Für rund 725 Millionen Dollar gibt IBM seine »Printing-Systems-Division« an den Konkurrenten Ricoh ab. Der Rückzug erfolgt auf Raten, mithilfe eines Joint-Ventures.

IBM bringt den Unternehmensbereich »Printing-Systems-Division« in das Joint-Venture »Infoprint Solutions« ein. An dem Gemeinschaftsunternehmen wird Ricoh 51 Prozent der Anteile halten, IBM 49 Prozent.

Im Lauf der kommenden drei Jahre will IBM seine Anteile sukzessive an Ricoh abgeben. Infoprint wird dann zu einer Tochtergesellschaft der japanischen Firma.

Infoprint Solutions wird nach Angaben der beiden Unternehmen voraussichtlich mit 1200 Mitarbeitern starten. Im Lauf der Zeit sollen mehr als 1.000 IBM-Servicespezialisten für Druckerwartung in das neue Unternehmen überwechseln.

IBM hat zugesagt, weiterhin Wartungsservices für Kunden bereitzustellen, die über eine Servicevereinbarung verfügen.

Durch den Kauf von IBM-Druckergeschäft erhält Ricoh Zugang zum Marktsegment High-End-Drucklösungen für Industrie und Handel. Für IBM bedeutet der Verkauf der »Printing-Systems-Division«, die seit 1995 aktiv ist, den Ausstieg aus dem Bereich Printing.

Bereits 1991 hatte der Hersteller sich aus dem Geschäft mit Druckern der unteren und mittleren Preisklasse zurückgezogen. Aus dieser Sparte ging die Firma Lexmark hervor.

Ebenso wie IBM ist Ricoh ein Traditionsunternehmen. Die Firma wurde 1936 in Tokio gegründet. Derzeit beschäftigt sie rund 75.000 Mitarbeiter in 150 Ländern.

Im Geschäftsjahr 2007 erzielte Ricoh einen Umsatz von umgerechnet rund 13 Milliarden Euro. Der Gewinn lag bei rund 640 Millionen Euro.

Der mit Abstand wichtigste Geschäftsbereich ist die Sparte »Imaging Solutions«, die Drucker und Kopierer vermarktet. Auf sie entfallen etwa drei Viertel des Umsatzes von Ricoh.

Bereich »Drucksysteme« von IBM

www.ricoh.de


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