Test: Wyse X90L gegen Compaq 6720t

Mobile Thin-Clients auf dem Prüfstand

17. Juli 2008, 6:00 Uhr | Andreas Stolzenberger

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Compaq 6720t

Auf den ersten Blick sieht der Compaq-Thin-Client aus, wie die HP-Notebooks der letzten Generation. Im Inneren des 6720t arbeitet ein 1-GHz-Celeron-Prozessor mit 1 GByte RAM und einer 1 GByte großen Flashdisk.

Auch HP nutzt ein helles WXGA-Display mit 1280 x 800 Bildpunkten. Die Kommunikation zur Außenwelt übernehmen eine 1-GByte-Ethernet-Schnittstelle und der integrierte WLAN-Adapter.

Zudem gibt es USB-Steckplätze und einen PCMCIA-Slot. Auf den digitalen Monitorausgang verzichtet der 6720t, hier gibt es nur einen VGA-Analoganschluss.

Insgesamt wirkt der HP-Thin-CLient solider verarbeitet als das Gerät von Wyse. Vielschreiber werden sich sofort mit der Tastatur anfreunden, die einen sehr angenehmen Anschlag hat – was bei Notebooks eher selten vorkommt.

Auch der HP-Client kann per PXE, USB oder interner Flash-Disk starten. Wie bei Wyse setzt HP auf die Embedded-Version von Windows-XP. Der Benutzer sieht in der Grundkonfiguration lediglich wenige Optionen. Alle Änderungen puffert das System in einer RAM-Disk, so dass diese nach einem Neustart verloren gehen.

Im Control-Menü des Systemverwalters tummelt sich hingegen eine Fülle spezieller Tools für den Thin-Client. Damit kann der Verwalter das Verhalten der Flash-Disk steuern und den Schreibschutz zu- oder abschalten. Ein anderes Tool erlaubt, die USB-Ports zu sperren, so dass der Benutzer keine Speichersticks lesen darf.

Auch findet sich im Control-Panel ein Basis-Client für die HP-eigene Thin-Client-Verwaltungssoftware namens Rapport, die im Übrigen von Wyse stammt. Über besondere Parameter teilt ein DHCP-Server dem Thin-Client dabei die Adresse seines Management-Servers mit. Das Thinstat-Capture-Tool erlaubt, die komplette Konfiguration des Clients auf einen USB-Stick zu sichern und auf einen anderen Client zu übertragen.

Im Test schlägt sich auch der HP-Compaq 6720t wacker, wenn es um die grundlegenden Aufgaben eines XPe-Thin-Clients geht. Es ist auch kaum möglich, bei den simplen Diensten zu patzen.

Im Labor von Network Computing zeigt sich der HP in Sachen Linux deutlich kooperativer als der Thin-Client von Wyse. Der 6720t arbeitet mit verschiedenen Live-CD- und -USB-Distributionen ohne Fehler und startet per PXE den LTSP-Client mit vollem Funktionsumfang. Leider fällt die HP-Lösung recht teuer aus. Für das geforderte Geld könnten Anwender auch ein voll ausgerüstetes und leistungsstarkes Notebook erwerben.

Der mobile-Thin-Client von HP wirkt ein wenig solider verarbeitet als das Gerät von Wyse, vor allem die Tastatur des Compaq gefällt – dafür kostet der Wyse X90l deutlich weniger.

Beim Betrieb unter dem mitgelieferten XPe liegen beide Maschinen gleich auf. HP integriert ein paar zusätzliche Tools für den Administrator. Wyse packt im Gegenzug nützliche Dienste wie ein NTP-Sync-Tool und einen VNC-Server auf sein Gerät.

Im Test unter Linux schneidet der 6720t dafür deutlich besser ab. Beide Geräte offerieren gute Displays und lange Akkulaufzeiten.

Der Beitrag erschien in der Print-Ausgabe 6/2008 von Network Computing, Seite 22 und 23.


  1. Mobile Thin-Clients auf dem Prüfstand
  2. Fazit
  3. Compaq 6720t

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