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Nichtstuer sind Corona-Helden

16. November 2020, 07:50 Uhr   |  dpa/Martin Fryba | Kommentar(e)

Nichtstuer sind Corona-Helden
© Bundesregierung

Anton Lehmann, Held des Corona-Winters 2020, erinnert sich an damals

Von »ingorant« bis »super« wird der »#besonderehelden«-Clip kontrovers diskutiert. Die Bundesregierung lässt den Corona-Winter 2020 revue passieren.

Mit augenzwinkernden Videos, die Nichtstuer auf der Couch zu Helden erklären, wirbt die Bundesregierung für das Zu-Hause-Bleiben in der Corona-Krise. Regierungssprecher Steffen Seibert teilte am Wochenende zwei Clips mit dem Hashtag »#besonderehelden« auf Twitter, die für viel Aufmerksamkeit in den sozialen Medien sorgten. Im ersten Video berichtet der fiktive ältere Mann Anton Lehmann aus der Zukunft, wie er die zweite Welle »damals in diesem Corona-Winter 2020« erlebt hat (Webseite Bundesregierung).


»Eine unsichtbare Gefahr bedrohte alles, woran wir glaubten«, beschreibt Lehmann die Corona-Situation in Deutschland rückblickend. Das Schicksal des Landes habe plötzlich in ihren Händen gelegen. Also hätten sie getan, was von ihnen erwartet worden sei. »Nichts. Absolut gar nichts«, so Lehmann. »Tage- und nächtelang blieben wir auf unserem Arsch zu Hause und kämpften gegen die Ausbreitung des Coronavirus.« Die Couch sei die Front gewesen, »und unsere Geduld war unsere Waffe«. Das sei ihr Schicksal gewesen. »So wurden wir zu Helden. Damals in diesem Corona-Winter 2020«, erinnert sich Lehmann.


Das Video endet mit dem Appell der Bundesregierung: »Werde auch du zum Helden und bleib zu Hause«. In einem zweiten Video äußert sich eine Frau ähnlich. Die Kommentare auf Twitter reichen von »ignorant« angesichts Tausender Toter und Zehntausende Corona-Infizierter bis »super« und Verwunderung über den ungewöhnlichen Humor, den die Bundesregierung als Auftraggeber der Werbespots zeige.

Eines hat die Bundesregierung bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung erreicht: Reichweite. 1,3 Millionen Abrufe auf Twitter und eine kontroverse Diskussion. Auch im Ausland wird die Kampagne der Bundesregierung kommentiert. Enttäuscht ist außgerechnet Großbritannien. Henry Mance, Journalist der Financial Times aus London sagt dazu auf Twitter: »Ich kann damit umgehen, dass die deutsche Antwort auf die Pandemie besser ist als unsere, aber ich kann nicht damit umgehen, dass sie lustiger ist.«

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