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OECD hebt Konjunkturprognose an

Rekord-Aufschwung nach der Krise

02. Juni 2021, 14:09 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Rekord-Aufschwung nach der Krise
© Andrey Popov - Fotolia.com

Der Konjunktureinbruch in der Corona-Krise ist überwunden. Doch die Industriestaatenorganisation OECD sieht immer noch Risiken. Im Ringen um eine Mindeststeuer für Unternehmen ist eine erneute Verzögerung möglich.

Nach dem coronabedingten Einbruch im vergangenen Jahr wächst die Weltwirtschaft wieder kräftig. Erwartet wird im laufenden Jahr ein Plus von 5,8 Prozent, 0,2 Punkte mehr als im März angenommen, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag in Paris mitteilte.

Ein so starkes Wachstum habe es seit 1973 nicht mehr gegeben, resümierte Chefökonomin Laurence Boone. Für das kommende Jahr nimmt sie ein weltweites Plus von 4,4 Prozent an. Das sind 0,4 Punkte mehr als bisher. »Die Krise und die Erholung sind völlig außergewöhnlich«, sagte sie. Im vergangenen Jahr war die Weltwirtschaft um 3,5 Prozent geschrumpft.

Die Corona-Krise sei aber noch nicht überwunden, warnte Boone. Die Pandemie bringe Unsicherheiten mit sich. Die Europäer müssten schneller und breit angelegter impfen - dabei schloss sie das Nicht-EU-Land Großbritannien mit ein. Der Aufschwung verlaufe weltweit ungleichmäßig. Es sei beunruhigend, dass aufstrebende Wirtschaftsnationen und ärmere Länder nicht ausreichend Impfstoffe erhielten. Ein Risiko sei auch die Inflationsentwicklung.

Auch in Deutschland hellt sich der Konjunkturhorizont auf. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im laufenden Jahr 3,3 Prozent erreichen. Das sind 0,3 Punkte mehr als bisher vorhergesagt. Für das kommende Jahr werden 4,4 Prozent erwartet, 0,7 Punkte mehr als zunächst prognostiziert.

Die OECD mit 38 Mitgliedstaaten begann am Montag ein zweitägiges Ministertreffen, das als Videokonferenz veranstaltet wird. Am Dienstag soll Australiens Ex-Finanzminister Mathias Cormann (50) offiziell das Spitzenamt des OECD-Generalsekretärs übernehmen. Der aus dem deutschsprachigen Osten Belgiens stammende Cormann wird damit dem Mexikaner Angel Gurría nachfolgen, der seit 2006 amtiert.

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dpa