Studie zu CO2-Belastung

Studie: Der größte Klimakiller ist das Büro

11. April 2008, 10:46 Uhr | Bernd Reder | Kommentar(e)

Nicht nur Autos und Informationssysteme belasten die Umwelt. Eine Studie der Durham Business School und von JBA im Auftrag von Regus hat ergeben, dass die ineffiziente Nutzung von Büros und umweltbelastende Arbeitsweisen mindestens ebenso schädlich sind.

Den größten Beitrag zum Kohlenstoffausstoß (CO2) in der Europäischen Union (EU) verursacht laut der Studie die Nutzung von Büroflächen und von Kommunikations- und Informationstechnologien. Darüber hinaus gehören das Heizen, Beleuchten und Klimatisieren der Gebäude sowie der Schadstoffausstoß durch Pendeln vom und zum Arbeitsplatz zu den größten Klimakillern.

Allein die Büronutzung macht einen Anteil von rund 40 Prozent aus. Der Industriesektor dagegen produziert rund 28 Prozent der CO2-Emissionnen, private Haushalte kommen auf 21 Prozent und der Transportsektor auf rund 11 Prozent.

Dabei werden Büros nur etwa 30 Prozent der Zeit wirklich genutzt und produzieren daher rund 1.186 Millionen Tonnen unnötiger CO2-Emissionen in der EU. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsprojekt »Effektives Arbeiten im 21. Jahrhundert« der Durham Business School unter der Leitung von Professor Tom Redman und des Beratungsunternehmens JBA im Auftrag von Regus.

Befragt wurden 1.000 Führungs- und Fachkräfte in wissensintensiven Firmen nach ihren Einstellungen zur Büronutzung, zur Abfallwirtschaft am Arbeitsplatz sowie zum Pendelverhalten. Regus, der Auftraggeber der Studie, ist Anbieter von flexiblen Büro- und Arbeitsplatzlösungen für Unternehmen, Geschäftsreisende sowie mobile Arbeitskräfte.

Durch weniger Pendeln das Klima schonen

Die Studie zeigt, dass 63 Prozent der Befragten jeden Tag ins Firmenbüro pendeln. Von ihnen arbeiten 23 Prozent arbeiten vier Tage, 8 Prozent drei Tage, 3 Prozent zwei Tage und 3 Prozent nur einen Tag pro Woche im Firmenbüro.

Je seltener Arbeitnehmer ins Firmenbüro fahren müssen, desto größere Entfernungen nehmen sie in Kauf: Bei einem täglichen Pendeln beträgt die durchschnittliche Entfernung 40 Kilometer, bei vier Bürotagen 48, bei drei Bürotagen 58 und bei nur einem Bürotag 126 Kilometer.

Würde man die Tage pro Woche und die durchschnittliche Pendelstrecke auf ein fiktives Unternehmen mit 1.000 Beschäftigten umlegen, so ergäbe dies eine Pendeldistanz von mehr als 80.000 Kilometern pro Woche. Umgerechnet entspräche das zirka 15 Tonnen Kohlendioxid jährlich pro Mitarbeiter, geht man von einem Mittelklasseauto aus, das 190 g/km ausstößt.


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  2. Mehr als 900 Millionen Tonnen CO2

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