Grundlagen: Fibre-Channel-Speichersysteme für die breite Masse

Warum Fibre-Channel-Speichersysteme auch für Mittelständler taugen

8. Oktober 2008, 14:53 Uhr | Andreas Stolzenberger | Kommentar(e)

Die Fibre-Channel-Technologie bleibt nicht mehr nur den großen Unternehmen vorbehalten. Auch kleine Unternehmen können von Speichernetzwerken profitieren.

Früher liefen Cluster nur in ausgewählten Rechenzentren und an Universitäten. Rechnerverbünde nutzten alle vorhandene Prozessorkraft, um Elementarteilchen nachzuweisen oder komplexe Klimamodelle aufzustellen.

Das Einsatzgebiet von Server-Clustern hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Cluster beschränken sich nicht mehr auf den wissenschaftlichen Einsatz, und es kommt auch nicht mehr darauf an, möglichst viel CPU-Kraft zusammenzulegen.

Moderne Backoffice-Cluster verteilen Netzwerk-Lasten auf mehrere Nodes und sorgen simultan für Ausfallsicherheit. Das beginnt bei geclusterten Mail- und Groupware-Systemen, geht über parallele Datenbanken bis hin zu den derzeit äußerst populären Virtualisierungsverbänden.

Alle diese Cluster haben eine Anforderung gemeinsam: Die Nodes müssen auf ein gemeinsames Dateisystem zugreifen können. Ein Node kann den Ausfall eines anderen zügig kompensieren, da er über das Speichernetzwerk Zugriff auf die Datenbestände des fehlerhaften Nodes bekommt.

iSCSI wegen Datendurchsatz nur bedingt tauglich

Cluster-Verbände mit SAN-Speicher finden sich heute bereits bei kleinen Unternehmen. Ein klassisches Einsatzgebiet ist der gespiegelte Exchange-Server mit einem iSCSI-Subsystem.

Zwar mag iSCSI für einfache Applikationen auf Grund der Kosten eine gute Lösung sein. Doch das Limit von etwa 50 MByte/s Datendurchsatz genügt etlichen Cluster-Anwendungen einfach nicht.

Daher brauchen auch kleinere Unternehmen den leistungsstarken Fibre-Channel für ihr SAN. Mit Transferraten um 380 MByte/s pro 4-GBit/s-FC-Kanal reicht die Bandbreite für fast alle Anwendungsgebiete aus. Alle SAN-Hersteller haben auf diese Anforderungen reagiert und offerieren Einstiegssysteme.

»Klein« ist nicht gleich »klein«

Entry-Level-Storage ist nicht gleich Entry-Level-Storage. Während die einen Hersteller die Technologie ihrer Enterprise-Geräte schrumpfen lassen, um daraus Systeme für Einsteiger zu bauen, entwickeln andere Hersteller ihre Geräte von Grund auf neu.

Beide Herangehensweisen haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Die »geschrumpften« Systeme offerieren in der Regel mehr Funktionen wie Snapshots oder gar Thin-Provisioning und laufen mit existierenden Management-Tools. Im Gegenzug fallen diese Geräte teurer aus und lassen sich nicht so einfach verwalten.

Auch in Sachen Performance gibt es wesentliche Unterschiede. Die komplexeren Systeme virtualisieren zwischen logischem und physischem Laufwerk. Das schmälert den rohen Datendurchsatz, sorgt aber durch besseres Caching für gute Zugriffszeiten.

Einschränkungen bei der Skalierbarkeit

Die einfach gestrickten Geräte reichen die Blöcke relativ direkt von der LUN zur Disk durch. Das sorgt für hohe Bandbreiten beim sequentiellen Lesen und Schreiben. Random-Access-Zugriffe auf kleine Speicher hingegen fallen langsamer aus.

Welche Art von Performance benötigt wird, hängt ganz von der Anwendung ab. Dateiserverdienste, Virtualisierung und Multimedia-Applikationen fordern gute Durchsatz-Raten bei großen Blöcken. Datenbanken und Groupware profitieren hingegen von niedrigen Zugriffszeiten bei zufälligen Zugriffen und eher kleineren Blöcken.

Die meisten Einstiegssysteme sind in der Skalierbarkeit beschränkt. Neben der maximalen Zahl lokaler Laufwerke lassen sich über Backend-Ports in der Regel ein paar JBODs ansprechen, aber dann ist Schluss.

Network Computing hat vier Fibre-Channel-Storage-Systeme für Einsteiger unter die Lupe genommen. Den Test finden Sie in der Print-Ausgabe 8/2008 auf Seite 14 ff.

Hier der Link zur Online-Version des Testberichts.


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