Übernahmepoker um Adva Optical

Adtran senkt Mindestannahmeschwelle

11. Januar 2022, 13:17 Uhr | dpa/Martin Fryba | Kommentar(e)
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Der US-Konzern Adtra will Adva Opical aus Thüringen auch dann übernehmen, wenn lediglich 60 Prozent der Aktionäre das Übernahmeangebot annehmen. Der als „deutsche Cisco“ bekannte Netzwerkausrüster soll rund 760 Millionen Euro wert sein.

Der US-Konzern Adtran senkt die Annahmeschwelle bei der geplanten Übernahme des Telekomausrüsters Adva Optical, um seine Chancen auf einen erfolgreichen Deal zu erhöhen. Adtran habe Adva mitgeteilt, dass die Mindestannahmeschwelle von 70 auf 60 Prozent der Adva-Aktien herabgesetzt werde, gab Adva bekannt. Durch diesen Schritt läuft das Übernahmeangebot zwei Wochen länger als ursprünglich angesetzt. Aktionäre können jetzt bis 26. Januar ihre Aktien einreichen. Sofern die Schwelle von 60 Prozent zum Ende der Annahmefrist nicht erreicht werde, werde das Umtauschangebot scheitern, hieß es. Adva ist ein Anbieter von Glasfasernetzen und hat seinen rechtlichen Sitz sowie eine Produktionsstätte in Meiningen in Thüringen. Adtran hatte seine Übernahmepläne Ende August öffentlich gemacht.

Bei dem angestrebten Zusammenschluss wird Adva mit knapp 760 Millionen Euro bewertet. Der Vorstand der börsennotierten Adva rechnet für 2021 mit einem Umsatz zwischen 580 Millionen bis 610 Millionen Euro. Der Umsatz im ersten Quartal 2021 lag mit 144,5 Millionen  Euro um 8,9 Prozent  über dem Vorjahrsquartal. Das Proforma Betriebsergebnis habe gegenüber dem Vorjahrsquartal auf 12,9 Millionen Euro zugelegt, nach einem Minus von 1,7 Millionen Euro im ersten Quartal des Vorjahres.

Die Übernahme soll über einen Aktientausch geschehen, dabei sollen Adva-Aktionäre für jedes Papier 0,8244 Aktien des fusionierten Unternehmens („HoldCo“) erhalten. Die Adtran-Aktien würden im Verhältnis eins zu eins in Aktien der neuen Holdinggesellschaft eingetauscht. Sollten sämtliche Adva-Aktionäre das Angebot annehmen, wären nach Vollzug die Adva-Aktionäre mit etwa 46 Prozent und die Adtran-Aktionäre mit etwa 54 Prozent an HoldCo beteiligt.

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