War for Talents

Cisco in Spendierlaune

22. August 2022, 16:13 Uhr | Lars Bube | Kommentar(e)
Verkündete die Parole „Everything as a Service“: Cisco-CEO Chuck Robbins.
© Cisco

Um sich einen Vorteil im Rennen um die knappen Fachkräfte zu sichern, greift Cisco mitten in der Krise tief in die Tasche und stellt für das nächste Jahr fast eine Milliarde Dollar zusätzlich zur Verfügung.

Die letzten Monate waren für Cisco nicht unbedingt leicht. Während auf Seiten der Hardware wichtige Bauteile fehlten und die Lieferketten unzuverlässig waren, flachte softwareseitig mit dem weltweiten Ende der Lockdowns der enorme Boom bei Kommunikations- und Kollaborationslösungen erheblich ab. So wurde es im jüngsten Quartal schon Erfolg gemeldet, dass der Konzern zwischen Mai und Juli seinen Umsatz stabil auf dem Niveau des Vorjahres halten konnte und der Gewinn nur um sechs Prozent zurückging. Auch für das nun angelaufene neue Geschäftsjahr rechnet der im Umbau zur Service-Company steckende Netzwerk-Spezialist nur mit vergleichsweise mageren Umsatzzuwächsen von vier bis sechs Prozent. Umso mehr überrascht jetzt eine Meldung, die kurz nach der Vorstellung dieser Zahlen aus Insider-Kreisen an das Portal The Information durchgestochen wurde. Während sich andere ITK-Konzerne auf schwere Zeiten einstellen und ihre Mitarbeiterzahl einfrieren oder gar reduzieren wollen, plant Cisco-Chef Chuck Robbins diesen Informationen zufolge das genaue Gegenteil und will dafür richtig viel Geld in die Hand nehmen.

Wie die Informanten berichten, plane Robbins die Betriebsausgaben in den nächsten 12 Monaten um rund eine Milliarde US-Dollar zu erhöhen. Ein guter Teil davon solle dazu verwendet werden, die bestehenden Gehälter aufzustocken und neue Fachkräfte zu finden, so die Insider. Damit könnte sich Cisco zwar möglicherweise einen Vorteil beim Verteilungskampf um das begehrte Personal sichern und die kolportierte Abwanderungswelle stoppen, allerdings auf Kosten der Profitabilität. Das wiederum dürfte den Anlegern nicht sonderlich schmecken. Immerhin ist der Aktienkurs in diesem Jahr schon um rund ein Viertel eingebrochen und damit noch deutlich stärker als der Nasdaq.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

Verwandte Artikel

Cisco

Job und Karriere

Netzwerk-Infrastruktur

Matchmaker+