Basiswissen: Virtualisierung von Storage

Fit durch iSCSI

21. Februar 2008, 6:00 Uhr |

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Aufbau eines mehrstufigen Rechenzentrums


Hohe Mobilität virtueller Maschinen

Die Fähigkeit, VMs aus Gründen des Load-Balancing und Fail-Over schnell und einfach zwischen physikalischen Servern zu verschieben, zählen zu den großen Stärken der Virtualisierung – vorausgesetzt, die Infrastruktur für eine dynamische Allokation von Hardware-Ressourcen ist vorhanden.

Ebenso wie bei den Beziehungen zwischen VMs und Storage gelten für Fibre-Channel-SANs auch bei der Migration von VMs die gleichen Restriktionen: Es bedarf einer Vermittlung durch einen Hypervisor, damit VMs von unterschiedlichen physikalischen Servern aus auf Storage zugreifen können.

Darüber hinaus kann es durch Fehlkonfigurationen bei der Migration von VMs zu Problemen mit der Datenintegrität kommen: Soll jeder Server Zugriff auf alle Speicher-Ressourcen haben, muss der Administrator dafür sorgen, dass mehrere Server die gleiche LUN nutzen.

Da sowohl iSCSI-Initiator (Host) und Target (Storage) eine eindeutige Bezeichnung – in der Regel den iSCSI-Qualified-Name (IQN) – verwenden, gibt es für jede VM eine einzige direkte Verbindung zu den Speicher-Ressourcen. Sie ist klar unterschieden von den Relationen zwischen den physikalischen Servern und Storage-Systemen.

IQN ist zudem unabhängig von physikalischem Host und Hypervisor. VMs lassen sich daher problemlos zwischen Servern migrieren, und zwar ohne die speicherspezifischen Hypervisor-Konfigurationen wie sie Fibre-Channel erfordert.

Unternehmen können nun die iSCSI-Funktionalität von Storage-Arrays wie einem Modell der Dell-EMC-CX3-Serie oder einem Dell-Powervault-NX1950 nutzen, um ein Rechenzentrum nach dem Komponentenprinzip aufzubauen. Das Ziel: Eine mehrstufige Speicherarchitektur, die Ressourcen abhängig von der Auslastung einzelner Server optimal steuert.

Dabei gilt es, die Stärken jeweiliger Ansätze auszunutzen. Fibre-Channel empfiehlt sich für Applikationen, die auf nicht-virtualisierten Servern einen hohen Datendurchsatz erzeugen. Dagegen zeigt iSCSI seine Stärken bei Applikationen mit unregelmäßigen I/Os, wobei die Anwendungen auf virtualisierten Servern laufen. Ein breites Einsatzspektrum erlauben Storage-Systeme, die sowohl über Fibre-Channel- als auch über iSCSI-Schnittstellen verfügen.

Auf einen Nenner gebracht bieten sich Fibre-Channel-Konfigurationen für Unternehmen an, die bereits derart ausgestattet SANs im Einsatz haben oder die hohe Leistungsanforderungen an ihre Storage-Systeme stellen. Die Kombination von Fibre-Channel und Virtualisierung führt jedoch zu einem deutlichen administrativen Mehraufwand sowie zu Einschränkungen bei einigen Storage-Management-Funktionen.

Im Vergleich dazu eignet sich iSCSI vor allem für neu einzurichtende Umgebungen. Da iSCSI Standard-Ethernet-Komponenten verwendet, sind die Investitionskosten niedriger als bei Fibre-Channel. Vor allem im Betrieb erweist sich iSCSI als einfacher zu managen als Fibre-Channel.

Entweder alleine oder in Kombination mit Fibre-Channel erhalten Unternehmen vielfältige Optionen virtualisierte Server und Storage-Systeme in einem modernen Rechenzentrum ihren jeweiligen Stärken entsprechend einzusetzen.

Jürgen Schelbert ist Produktmanager Storage bei Dell.


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