In Sachsen-Anhalt

Hälfte der Schulen noch immer ohne Gigabitnetz

17. Dezember 2021, 10:58 Uhr | dpa/Martin Fryba | Kommentar(e)
Lehrer mit ohne Lenkrad
© Angelov - AdobeStock

Lehrer und Schulen wollen digitale Kompetenzen vermitteln. In vielen Schulen in Sachsen-Anhalt gibt es aber kein schnelles Glasfasernetz. Die Verwaltung ist zu langsam, Corona verzögert Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Sachsen-Anhalt verfehlt zum Jahresende erneut das Ziel, alle Schulen an das ultraschnelle Glasfasernetz anzuschließen. Von 933 Schulstandorten seien zum 10. Dezember 454 und damit 49 Prozent angeschlossen gewesen, teilte das Ministerium für Infrastruktur und Digitales in Magdeburg auf Nachfrage mit. Bis zum Jahresende sollen 59 weitere folgen, dort lägen schon alle Kabel, Schaltschränke stünden bereit. Laut Ministerium nimmt die Entwicklung Fahrt auf: Anfang 2020 hätten 48 Schulstandorte das schnelle Internet nutzen können, Anfang April 178.

Seit mehreren Jahren hat das Land das Ziel ausgerufen, alle allgemeinbildenden und Berufsschulen ans Netz mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde anzuschließen. Zuletzt hatte vor einem Jahr der damals noch zuständige Finanzminister Michael Richter (CDU) es für Ende dieses Jahres in Aussicht gestellt. Inzwischen ist das Projekt „Fibre4 EduLSA“ beim neuen Ministerium für Infrastruktur und Digitales angesiedelt. Ein konkretes neues Zieldatum wurde nicht benannt.

„Im Verlauf des Jahres 2021 wurde das Projekt umstrukturiert. Mittlerweile konnte eine deutliche Beschleunigung der Projektumsetzung erreicht werden“, erklärte Digitalisierungs-Ministerin Lydia Hüskens (FDP). „So wurden interne und externe Prozesse optimiert und notwendige vertragliche Anpassungen vorgenommen. Ziel ist es, das Projekt zügig weiter zu beschleunigen und abzuschließen.“

Daneben sollen entsprechend der Pläne bis Jahresende 100 weitere Schulstandorte mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet werden, rund 300 bis Ende 2022.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben laut Ministerium zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt. Bearbeitungszeiten der Planungs- und Genehmigungsverfahren hätten sich verlängert. Es habe Zugangsbeschränkungen an den Schulstandorten gegeben. Zudem hätten sich Lieferzeiten der Systemkomponenten verlängert. Und auch geplante Baumaßnahmen hätten teilweise nicht termingerecht durchgeführt werden können.


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