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Storage-Markt im Wandel

Hardware allein reicht nicht

08. Juni 2020, 13:32 Uhr   |  Daniel Dubsky | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Der Flash-Boom hält an

Allerdings gibt es auch im Hardware-Bereich durchaus Lichtblicke. So konnten laut IDC in der EMEA-Region mit hyperkonvergenten Systemen und All-Flash-Arrays weiter Umsatzsteigerungen erreicht werden. Erstmals überflügelten reine Flash-Systeme die hybriden Geräte: Der Umsatzanteil von All-Flash-Arrays kletterte im vierten Quartal auf 40 Prozent, auf hybride Arrays entfielen noch 37 Prozent und auf Disk-basierte Systeme lediglich 23 Prozent. Hatte sich der Flash-Boom im vergangenen Jahr in einigen Regionen der Welt leicht abgekühlt, so ist in EMEA davon nichts zu merken. IDC-Expertin Silvia Cosso geht sogar davon aus, dass All-Flash – ebenso wie Hyperconverged und Software-defined Storage – hier noch mehr Fahrt aufnehmen werden, weil viele Unternehmen ihre Rechenzentren modernisieren und dort cloud-ähnliche Infrastrukturen mit hoher Leistung für unternehmenskritische Arbeitslasten aufbauen wollen.

Ähnliche Erfahrungen haben die Storage-Hersteller gemacht. »In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind für den All-Flash-Markt weiterhin um einiges höhere Wachstumsraten als im Hybrid-Flash- und klassischen HDD-Markt zu verzeichnen«, berichtet Stimberg. »Aufgrund der fallenden SSD-Preise sehen wir gerade im Primary-Storage-Bereich noch einmal einen Schub von Hybrid-Flash in Richtung All-Flash, da die Kostenvorteile von hybriden Lösungen immer mehr schrumpfen.« Neben fallenden SSD-Preisen und dem niedrigen Strombedarf von Flash gegenüber Festplatten tragen dazu auch stetige Verbesserungen von Deduplizierungs- und Kompressionsalgorithmen bei, durch die sich die schnellen Speicher effizienter nutzen lassen. »Datenreduktionsservices wie Deduplizierung und Kompression sind einer der Gründe für den Flash-Boom und sorgen dafür, dass Flash-Systeme diskbasierten Systemen inzwischen wirtschaftliche eindeutig überlegen sind«, konstatiert Christian Winterfeldt, Director Sales Germany des Bereichs Modern Datacenter bei Dell. Als weitere Gründe sieht er die breite Verfügbarkeit und Implementierung von NVMe und neue SCM-Medien (Storage Class Memory), die allerdings noch sehr teuer sind und zielgerichtet mit einem intelligenten Tiering eingesetzt werden müssen.

Hybride Systeme werden dagegen verstärkt bei kleineren Unternehmen nachgefragt, die auf der Suche nach leistungsstarken Arrays mit niedrigen Anschaffungskosten sind, wie man etwa bei Fujitsu festgestellt hat. Zudem werden auch immer häufiger Backup-Infrastrukturen mit hybriden Geräten bestückt, um etwa sehr umfangreiche Datensicherung zu beschleunigen oder businesskritische Systeme besonders schnell wiederherstellen zu können.

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1. Hardware allein reicht nicht
2. Der Flash-Boom hält an
3. Die Cloud als Chance
4. Ohne Beratung geht es nicht
5. Corona verändert Prioritäten

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