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Speichersysteme mit Solid-State-Disk

IBM stellt weltweit schnellstes Storage-System vor

01. September 2008, 15:12 Uhr   |  Bernd Reder | Kommentar(e)

IBM stellt weltweit schnellstes Storage-System vor

Grundlage des Flash-Speichersystems von IBM: die Solid-State-Disks von Fusion IO (hier das IO Drive).

In etwa einem Jahr will IBM ein Speichersystem vorstellen, dass komplett aus Solid-State-Disks (SSDs) mit Flash-Speicherbausteinen besteht. Ein Prototyp schaffte zweieinhalb mehr Ein-/Ausgabeoperationen als das bislang schnellste System mit herkömmlichen Festplatten.

Auf den Namen »Quicksilver« hört ein Speichersystem auf Basis von Solid-State-Disks (SSDs), das Forscher von IBMs Labor in Hursley (Großbritannien) und des Almaden-Research-Center in Kalifornien entwickelt haben.

Das Testsystem besteht aus einem Array von SSDs mit insgesamt 4 TByte Kapazität. Es kommt auf eine Million I/O-Operationen bei Antwortzeiten von weniger als einer Millisekunde. Damit ist das Speichersystem laut IBM um 250 Prozent schneller als die derzeit schnellsten Arrays auf Grundlage herkömmlicher Festplatten.

Ein weiterer Vorteil des Flash-Speichersystems ist nach Angaben der Firma, dass es nur etwa ein Fünftel so viel Platz und 55 Prozent der Energie benötigt wie herkömmliche Geräte.

Basis: System-x-Maschine

Bei Quicksilver verwendet IBM einen »System-x«-Server mit x86-Prozessoren. Als Betriebssystem dient Linux. Diese Plattform verwendet IBM auch bei seinen Fibre-Channel-Disk-Arrays. Die SSDs steuerte Fusion IO bei.

Für Quicksilver wurde jedoch eine spezielle Software entwickelt, die auf den Betrieb mit SSDs zugeschnitten ist. Sie kommt in den Controllern zum Einsatz und verbessert den Durchsatz.

Konkurrenten wie EMC, Hewlett-Packard oder Sun setzen dagegen laut IBM auf herkömmliche Controller, die auch zur Ansteuerung von konventionellen Festplatten dienen. Dies gehe zu Lasten der Performance.

In einem Jahr serienreif

In etwa zwölf Monaten will IBM Storage-Systeme auf Basis von »Quicksilver« ausliefern. Mithilfe von Controller-Clustern sollen sich dann auch Geräte mit einem Mehrfachen der 4 TByte Kapazität konfigurieren lassen, die der Prototyp aufweist.

Darüber, wie viel ein solches SSD-Speichersystem kosten wird, hüllt sich der Hersteller noch in Schweigen. Er dürfte jedoch wegen der hohen Kosten von Flash-Speicherlaufwerken ein Vielfaches dessen betragen, das Anwender für Festplatten-Arrays hinlegen müssen.

Dem entsprechend sieht IBM Einsatzgebiete bei Anwendungen mit einer hohen I/O-Last. Dazu gehören beispielsweise Online-Buchungssysteme, Applikationen in Forschung und Entwicklung sowie Systeme, die im Finanzsektor Verwendung finden.

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