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Milliarden-Deal im Speicher-Markt

Intel verkauft Flash-Sparte an SK Hynix

20. Oktober 2020, 07:55 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Intel verkauft Flash-Sparte an SK Hynix
© Intel

Satte neun Milliarden Dollar bezahlt der südkoreanische Halbleiterkonzern SK Hynix für Intels Speichergeschäft. Dabei ist Intels technologisch wertvollstes Asset Optane nicht Teil des Deals.

Nachdem die Konsolidierung in der Flashspeicherbranche in den teils schwierigen letzten Jahren schon einige Großübernahmen wie etwa die von Toshibas Flash-Produktion für 18 Milliarden US-Dollar durch Bain Capital verursacht hat, dürfte sie mit einem weiteren Mega-Deal nun allmählich ihr Ende finden. Intel verkauft seine Flash-Sparte für rund neun Milliarden Dollar an den Mitbewerber SK Hynix, der auch an Bain beteiligt ist. Diese Summe und die damit verbundene Transaktion sollen in zwei Tranchen über die Bühne gehen. Im ersten Schritt überweist SK Hynix 7 Milliarden Dollar und erhält dafür im Wesentlichen das NAND-SSD-Geschäft samt dem zugehörigen geistigen Eigentum sowie die Produktionsanlage im chinesischen Dalian (Fab 68). Bis 2025 folgen dann die restlichen Bereiche wie NAND-Komponenten und -Wafer samt aller zugehörigen Assets und Patente sowie der Mitarbeiter und Forschungsabteilung, die bis dahin von Intel weitergeführt werden.

Die Südkoreaner können ihre schon jetzt starke Position im Markt für die Speicherchips damit noch weiter ausbauen, kaum ein Hersteller wird künftig noch an ihnen vorbei kommen. Trotz einiger Absatzschwächen von Produkten mit den entsprechenden Flash-Bausteinen, etwa im Smartphone-Bereich, boomt das Geschäft. Auch in der Corona-Krise wächst der Bedarf an den schnellen Speichern weiter. Das wird sich auch in Zukunft nicht so schnell ändern, erobern die Chips doch einhergehend mit der zunehmenden Vernetzung immer neue Einsatzgebiete, wie etwa in smarten Maschinen, Autos, Netzen oder Haushaltsgeräten. Beste Aussichten also, die erklären, warum SK Hynix bereit ist, solch eine Summe zu investieren.

Doch auch für Intel macht der Verkauf durchaus Sinn. Einerseits erhält der Chipgigant dadurch frisches Kapital und kann sich mit diesem und den frei werdenden Ressourcen besser auf die strategische Weiterentwicklung anderer Bereiche konzentrieren. Dazu zählen etwa 5G-Netzwerke, Edge-Computing und Künstliche Intelligenz sowie damit ausgestattete smarte Systeme für Einsatzzwecke wie das autonome Fahren. Andererseits behält Intel mit der Optane-Speichertechnologie auch einen der größten Trümpfe im Speicherbereich für sich. Diese kombiniert hohe Verarbeitungsgeschwindigkeiten und Speicherdichten mit dauerhafter Datenerhaltung und intelligenter Bereitstellung. Dadurch vereint sie die Vorteile von SSDs und RAM, ähnlich einer weiterentwickelten SSHD, und kann vor allem beim Lesen von Daten erhebliche geschwindigkeitsvorteile bieten.

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