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Systemhäuser im Cloud-Business

Multi-Cloud nicht ohne den Channel

18. Juni 2020, 10:30 Uhr   |  Stefan Adelmann | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

Managed Cloud Provider

Dass sich die Hyperscaler zusehends nach außen öffnen, nicht zuletzt für Multi-Cloud-Konzepte, darin sieht auch Henning Meyer von Acmeo eine entscheidende Chance für Systemhäuser, wenn diese sich denn bei ihren Kunden als »Berater und Wegweiser in der Cloud profilieren«. Crisp Research spricht in diesem Zusammenhang vom Managed Public Cloud Provider – dem »Systemhaus 4.0« – der das Design, die Entwicklung, den Aufbau, den Betrieb und die Administration von Systemen, Applikationen, Services und virtuellen Umgebungen seiner Kunden auf den Public-Cloud-Infrastrukturen in einem Managed-Service-Modell übernimmt. »Hierfür besitzt er zum einen tiefgreifende Methoden- und Technologiekompetenz sowie zum anderen ein enges Verhältnis zum Cloud-Infrastrukturanbieter, der Innovationen treibt und Schulungen der Mitarbeiter anbietet«, so Analystin Schwalm. Diese Managed Public Cloud Provider würden als Transformationspartner zukünftig eine immer wichtigere Brückenfunktion zwischen den Anwenderunternehmen und den Cloud Providern einnehmen.

Zwar gibt es durchaus bereits Beispiele für Systemhäuser, die den Großteil ihres Umsatzes mit Cloud-Diensten erwirtschaften. »Alle diese Systemhäuser sind in der Lage, erstklassige Beratungen zu erbringen und den Kunden exakt aufzuzeigen, was auf sie zukommt und wo mit den Cloud-Services Mehrwerte entstehen«, erklärt Stefan Bichler, Business Unit Director Software & Cloud bei Tech Data. Noch dürfte ihre Anzahl im Channel weiterhin gering sein, zu aufwendig und risikoreich ist für die oftmals kleinen Unternehmen die interne Transformation. Hier müssen Strategien erarbeitet, Mitarbeiter geschult und Lösungen neu gedacht werden – und all das neben dem nach wie vor gut laufenden Tagesgeschäft. Folgt man jedoch der Prognose von IDC, wird der Handlungsdruck parallel zu den stark rückläufigen Ausgaben für klassische IT-Infrastruktur stark zunehmen. Und selbst wenn hiesige Anbieter wie Schwarz IT oder auch das Gaia X-Projekt vorerst technologisch nicht zu den Diensten der Hyperscaler aufschließen sollten, könnten sie nichtsdestotrotz einen wichtigen Teil dazu beitragen, die Nachfrage nach Cloud-Services vor allem in Unternehmen in Deutschland und damit auch nach erfahrenen Dienstleistern nochmals zu steigern.

Zusammenarbeit mit dem Channel immer wichtiger
Fest steht: Während die Zukunft und die Rolle der Systemhäuser in der Cloud-Welt noch vor wenigen Jahren kaum definiert waren, hat sich mittlerweile eine ganz klare Perspektive herauskristallisiert. Mehr noch: Die zunehmende Komplexität von Hybrid- und Multi-Cloud-Konzepten sorgt dafür, dass auch für die Hyperscaler eine Zusammenarbeit mit dem Channel unumgänglich ist. Denn vor allem in diesen ohne Zweifel herausfordernden Krisenzeiten und in Hinblick auf die Notwendigkeit einer raschen Digitalisierung wenden sich die meisten Unternehmen auch in Cloud-Fragen doch nach wie vor zuallererst an ihre IT-Partner.

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1. Multi-Cloud nicht ohne den Channel
2. Beschleunigter Cloud-Umstieg
3. Kein Single-Vendor-Prinzip
4. Managed Cloud Provider
5. Multi-Cloud wird zum Mainstream

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