NAS für die Massen

27. September 2007, 11:52 Uhr | | Kommentar(e)

Low-Cost-NAS-Systeme – Die meisten Network-Attached-Storage-Systeme (NAS) mit Speicher und Sicherheit der Enterprise-Klasse kosten noch immer rund 5000 Dollar, aber Network Computing hat fünf Systeme gefunden und getestet, deren Preise zum Teil deutlich unter dieser Grenze liegen.

Für diesen Vergleichstest suchte Network Computing nach NAS-Systemen, die genügend Kapazität, Sicherheit und Speichermanagement bieten, um flexibel in den unterschiedlichsten Geschäftsbereichen eingesetzt werden zu können. Die Hersteller wurden gebeten, Einstiegs-NAS-Systeme zur Verfügung zu stellen, die weniger als 5000 Dollar kosten, mindestens 1 TByte rohen Speicher offerieren, Parity-gechütztes Raid-5 beherrschen und natürliche Unterstützung für Cifs- und NFS-Dateisysteme bieten. Von zehn angesprochenen Herstellern nahen lediglich fünf die Herausforderung an: Aberdeen, Adaptec, Hewlett-Packard, Infrant Technologies und Prime Array Systems. Buffalo Technology, Iomega, Lacie und Network Appliance konnten keine Systeme zur Verfügung stellen, welche die Testanforderungen erfüllten. Dell zeigte zunächst Interesse, antwortete dann aber weder auf die Einladung noch auf mehrfache Nachfragen.

Die fünf getesteten Systeme illustrieren dennoch sehr gut die Vielfalt und Flexibilität der NAS-Plattformen. Zwei der Systeme, Aberdeens »AberNAS 128« und HPs »ProLiant ML310 G3 Storage Server«, basieren auf Microsofts Windows-Storage-Server-2003 (WSS). Die anderen drei, Primearrays »FlexNAS 6800E XT« Adaptecs Snap-Server-520 und Infrants »ReadyNAS NV«, nutzen einen auf Speicher zugeschnittenen Open-Kernel. Die Preise der getesteten NAS-Systeme liegen zwischen 1299 und 4995 Dollar. Diese Systeme erzeugen eine Matrix aus beeindruckenden Speichermanagement-Features und reflektieren deutlich die zunehmende Reife der NAS-Plattform – selbst in der Einstiegsklasse.

Nur geringe Unterschiede beim Setup
Für den Test wurde ein Netzwerk erzeugt, das die in einem mittleren Netzwerk zu erwartende Last emulierte: Drei Dell-Server, ein Nortel-Gigabit-Ethernet-Switch und eine separate Arbeitsstation für das Management der Iometer-Performance-Tests. Die Szenerie simulierte zwölf gleichzeitig auf das NAS-System zugreifende Computer. Das ist sicher eine höhere Last, als in einem typischen Büro zu erwarten ist, wo auf Netzwerkdaten nur sporadisch zugegriffen wird. Dafür aber war die Last groß genug, um Unterschiede zu zeigen, wie die Systeme mit Stress zurechtkommen.

Die Einrichtung des Dateisystems auf den verschiedenen NAS-Systemen unterscheidet sich geringfügig. Jedes der Systeme kommt vorkonfiguriert und mit allen vier Platten als Parity-geschütztes Raid-5-Array eingerichtet. Der Rest des Setup-Prozesses ist auch nicht weiter schwierig: Der Administrator meldet sich an der jeweiligen Web-Schnittstelle an, konfiguriert eine statische IP-Adresse, erzeugt Ordner im Root-Verzeichnis des jeweiligen Systems, schaltet das Cifs- und/oder NFS-Protokoll ein und konfiguriert dann Benutzerberechtigungen. Jedes System unterstützt Domänen- und Benutzerauthentifizierung sowie offene Shares. Der Administrator kann Datenträgerkontingente (Disk-Quotas) einstellen und zur Überwachung des Systemzustands E-Mail- oder SNMP-Traps generieren. Die Windows-Maschinen von HP und Aberdeen haben ein fast identisches Setup, und alle fünf Testsysteme nutzten überraschend ähnliche Managementschnittstellen mit Online-Hilfe und Setup-Assistenten für weniger erfahrene Anwender.

Performance-Schub durch Load-Balancing
Mit einem separaten, als Netzwerklaufwerk zugeordneten gemeinsamen Verzeichnis auf jedem der drei Test-Server ging es an die Iomega-Performance-Tests. Es war eine kleine Herausforderung, die drei Systeme, die über Dual-Gigabit-Netzwerkkarten verfügten, mit den beiden Systemen, die nur eine einzelne Schnittstelle besitzen, fair zu vergleichen. Selbstverständlich versucht Network Computing immer, alle Systeme unter einheitlichen Verhältnissen zu testen. Also wurden alle Systeme zunächst im Single-Port-Modus getestet, wobei die Systeme mit Dual-Schnittstelle zunächst für Failover konfiguriert waren.

Im nächsten Schritt wurde Load-Balancing getestet, dabei natürlich auch die Fehlertoleranz des Load-Balancing-Setups, indem während des Betriebs jeweils eine der beiden Verbindungen unterbrochen wurde. In allen drei Fällen sank die Performance sofort auf Single-Port-Geschwindigkeiten, aber die Verbindungen zu den Servern wurden niemals vollständig unterbrochen.

Beim Versuch der Neuverbindung konnten lediglich Snap-Server und Flex-NAS den Link neu akquirieren und zur Höchstgeschwindigkeit zurückkehren. Aber-NAS benötigte einen Neustart, um die Load-Balancing-Verbindung neu zu synchronisieren.

Aber-NAS-128 und Snap-Server-520 zeigten bei eingeschalteten Load-Balancing eine fast verdoppelte Performance. Kombinierte Lesezugriffe erreichten nahezu 200 MByte/s und Schreibzugriffe 150 MByte/s. Snap-Sever und Flex-NAS erlauben ein einfaches Umschalten der Modi, während das auf WSS basierende Aber-NAS-System verlangt, die Netzwerkschnittstelle auf Betriebssystemebene einzustellen. Primearrays Flex-NAS-6800E-XT verschob bei den

Single-Port-Tests die Obergrenzen nicht wirklich. Tatsächlich verringerte eingeschaltetes Load-Balancing die Performance des Systems sogar geringfügig. Von den beiden anderen Systemen kam nur HP nah heran an die Single-Port-Fähigkeiten der Systeme von Aberdeen und Adaptec. Das preisgünstige Ready-NAS-NV von Infrant schnitt am schlechtesten ab.

Adaptec Snap Server 520

Snap-Appliance hat in den vergangenen Jahren bereits zwei Mal den Besitzer gewechselt, und es ist kein Geheimnis, dass Adaptec sich schon einige Zeit nach einem neuen Käufer für ihre Snap- und Eurologic-Abteilungen umschaut. Trotzdem haben die Snap-Server-Entwickler mit der jüngsten Generation von NAS-Systemen den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Snap-Server-Systeme arbeiten mit 64-Bit-Opteron-Prozessoren der Server-Klasse und unterstützen wirtschaftliche S-ATA-Laufwerke oder mit SAS auch die nächste Generation schneller SCSI-Laufwerke.

Der getestete Snap-Server-520 kam mit einem einzelnen 2,2-GHz-AMD-Opteron–248-Prozessor, 512 MByte RAM und vier hot-swap-fähigen S-ATA-250-GByte-Platten. Als Bonus enthielt das System eine SAS-Laufwerk-Backplane-Schnittstelle, was eine Aufrüstung auf 500-GByte-S-ATA-Platten oder eine schnellere SAS-Controller-/Laufwerk-Kombination erlaubt. Die weitere Ausstattung: Dual-Gigabit-Ethernet-Ports, ein integrierter Ultra-320-SCSI-Controller für eine direkte Verbindung mit Bandsystemen, zwei PCI-X-Erweiterungs-Slots (einer mit halber, der andere mit voller Höhe) und ein einziges Netzteil. Das Gerät hat sogar noch Platz für ein zweites, optionales Netzteil für Load-Balancing oder Failover.

Der Snap-Server läuft mit Guardian-OS-4.1. Dieses Betriebssystem unterstützt Software-Raid und all die Features, die Adaptec die Nase vorn halten lässt. Die Web-Management-Schnittstelle ist einfach zu benutzen und bietet kontextsensitive Hilfe für jede Funktion. Eine multiplattformfähige Managementapplikation (für die Client-Seite) ist verfügbar. Der Snap-Server-520 enthält CAs E-Trust-Virenschutz, Backbone-Netvault-Backupdienste, Quota-Management, automatische Volume-Schnappschüsse und vollständige Unterstützung für virtuelle iSCSI-Platten.

Die iSCSI-Fähigkeit ist auch von einigen anderen Herstellern verfügbar, dort allerdings nicht kostenlos. Beim Guardian-Betriebssystem ist iSCSI-Unterstützung schon lange Standard. SAN-ähnlich erlaubt der Snap-Server-520 dem Administrator, iSCSI-LUNs zu erzeugen, um Applikationen zu befriedigen, die Block-Lever-Speicher verlangen. Mit Microsofts kostenloser iSCSI-Initiator-Software kann jedes System über konventionelle Netzwerkschnittstellen auf die iSCSI-LUNs zugreifen. Jedem Volume im Dateisystem lassen sich mehrfache LUNs hinzufügen.

Die Unterstützung dieser Features verlangt Speicher-Virtualisierung. Zur Erledigung dieser Aufgabe bietet Adaptec ein Instant-Capacity-Expansion (ICE) genanntes Feature. ICE ist ein mächtiges Werkzeug im Kern des Guardian-Betriebssystems; es erlaubt dem Administrator, Speicher-Arrays neue Laufwerke hinzuzufügen und Volumes zu erweitern, ohne dass er dabei Daten verschieben oder existierende Arrays auseinander reißen muss. Das vereinfacht es enorm, Platten für Datei- und Blockzwecke hinzuzufügen. Die Speicherkapazität des Systems lässt sich mit bis zu vier 12-Laufwerks-Snablock-S50-JBOD-Disk-Einheiten auf 25 TByte erhöhen. Diese SAS/S-ATA-2HE-Disk-Einheiten enthalten einen externen SAS-Anschluss, der Transferraten von bis zu 2400 MBit/s im Voll-Duplex-Modus unterstützt.

Mit dieser beeindruckenden Kombination von Performance und Features liegt der Snap-Server-520 mit 4595 Dollar auch nah an der Preisgrenze. Die Flexibilität des Systems macht es zu einer guten Wahl für viele Geschäftsapplikationen, besonders in Installationen, die sowohl Datei- als auch Block-Level-Speicher benötigen. Adaptec offeriert eine Reihe erweiterter Support-Optionen.

Hewlett-Packard ProLiant ML310 G3 Storage Server
Hewlett-Packard nutzt für ihre NAS-Systeme eine auf Server basierende Lösung. Der Proliant-ML320-G3 ist auch als Server für generelle Zwecke erhältlich. Der Hauptunterschied zwischen dem NAS für 3468 Dollar und der Server-Version ist die Kombination der installierten Software und Treiber. In den Test führte der Dual-Core-Prozessor des ML310 das Testfeld mit schierer Rechenleistung an. Massive Ein-/Ausgabe-Performance bewies, dass das System noch ein paar Muskeln übrig hat. Der Server liefert zwar ganz vernünftige Single-Port-Performance, aber die Verfügbarkeit von nur einem Gigabit-Ethernet-Port limitierte die Schreib-/Lese-Performance des Systems, besonders im Vergleich mit den Dual-Port-, Load-Balancing-Systemen von Adaptec und Aberdeen.

Der Proliant-ML310-G3-Storage-Server im Test war ein Standalone-Tower mittlerer Größe mit Dual-Core-Pentium-D-830-3GHz-Prozessor, DVD-R/W-Laufwerk und 4 250-GByte-S-ATA-Laufwerken. Das System war mit 512 MByte RAM konfiguriert, obwohl HP die 1-TByte-Version sonst normalerweise mit 1 GByte Speicher ausstattet. HPs Hot-Swap-Laufwerks-Einheiten nutzen wie Adaptecs System eine Backplane, obwohl HP keine SAS-Option für dieses System anbietet. Das Tower-Gehäuse hat zwei externe 5,25-Zoll-Laufweksschächte, und auf dem System-Board befinden sich ein PCI-E- und zwei PCI-X-Slots für Erweiterungskarten.

Das 1-TByte-System kommt mit einem 6-Port-S-ATA-Hardware-Raid-Controller und Dual-Gigabit-Ethernet-Schnittstellen. Eine dieser Schnittstellen steht allerdings ausschließlich für das Integrated-Lights-Out-(ILO-)Feature 2 des Systems zur Verfügung. Dieser »Computer im Computer« erlaubt Remote-Monitoring und -Management von Schlüsselfunktionen, beispielsweise Stromaufnahme, Ereignislogs und Systemstatus. Das System nutzt dafür einen Browser. ILO 2 ist ein großer Pluspunkt für Remote-Büros.

Das NAS-Betriebssystem ist WSS 2003, Workgroup-Edition. Damit fühlt sich der ML310 in Windows-Installationen natürlich sofort wohl. Um Schnappschüsse kümmert sich das Volume-Shadow-Copy-(VS-)Feature von Windows. Gemeinsame Ordner von mehreren NAS-Systemen lassen sich mit Hilfe der Distributed-File-

System-Technik (DFS-) von Microsoft in einem gemeinsamen Namensraum publizieren. Zwar kann der Proliant jede Art Windows-Software ausführen, aber HP unterstützt nur vom Benutzer hinzugefügte Applikationen, die etwas mit der primären Aufgabe des Systems als Storage-Server zu tun haben. Die Speicherkapazität des Systems lässt sich durch Hinzufügen einer HP-Smartarray-642-Controller-Karte und externer Ultra-320SCSI-14-Drive-MSA30-Disk-Arrays auf 16,8 TByte aufbohren. HP bietet viele erweiterte Support-Optionen.

Aberdeen AberNAS 128
Aberdeens Aber-NAS-128 war das einzige 2-TByte-System im Test. Dieses NAS-System besaß die größte natürliche Kapazität und die Pferdestärken, um dem Snap-Server in den Load-Balancing- und Single-Port-Tests Paroli zu bieten.

Das eine Höheneinheit umfassende Rack-Mount-Modell war ausgestattet mit einem einzelnen 3-GHz-Pentium-4-Prozessor, 512 MByte RAM und vier Hot-Swap-500-GByte-S-ATA-II-Datenlaufwerken sowie einem zweckgebundenen internen Laufwerk für das Windows-Storage-Server-Betriebssystem. Das System enthält ferner ein DVD-ROM-Laufwerk, ein einziges Netzteil und zwei Gigabit-Ethernet-Schnittstellen, die Failover, Link-Aggregation und Load-Balancing unterstützen.

Da Aber-NAS-128 auf WSS-2003 basiert, bietet das System nahezu die gleichen Basis-Features wie der HP-ML310-Server. Unter Speichergesichtspunkten überholt Aberdeen allerdings HP. Aber-NAS-129 nutzt einen erweiterten S-ATA-II-Hardware-Raid-Controller, kombiniert mit 3-GByte-S-ATA-II-Festplatten. In diesem Fall beeinflusst die höhere S-ATA-Bus-Geschwindigkeit allein die Performance des Arrays vermutlich nicht so viel, wie es das Native-Command-Queueing von S-ATA-II tut. Dies mag die bemerkenswert besseren Ergebnisse des Systems im schwierigen NWC-Custom-Test erklären. Die Dual-, Load-Balancing-Netzwerkschnittstellen des Geräts verbessern die Performance erneut.

Aber-NAS-128 zeigte eine Single-Port- und Load-Balancing-Schreib-/Lese-Performance, die nur wenige Prozentpunkte unter Adaptecs siegreicher Performance lag. Den NWC-Custom-Test gewann das System deutlich. Mit seiner Kombination von Performance und Features liegt Aber-NAS-128 in der Report-Card gleichauf mit dem Server von HP, aber Aberdeen bietet weder einen solch gründlichen Software-Support noch solche Erweiterungsfähigkeiten wie HP und Adaptec. Die Aber-NAS-Systeme sind nicht für Erweiterungen durch externe Add-on-Laufwerke entworfen, durch Microsofts DFS-Fähigkeiten lassen sich aber mehrere Aber-NAS-Systeme in einen einzelnen geclusterten Namensraum virtualisieren.

Obwohl Aberdeen ein nur kleiner Hersteller ist, besitzt Aber-NAS-128 einige hervorragende Features. Dieses gut entworfene System ist eine ausgezeichnete Wahl für viele kleinere Unternehmen und Arbeitsgruppen-Applikationen. Dafür spricht auch eine beeindruckende 5-Jahres-Garantie – für einen Service ist das Gerät allerdings in die Fabrik zu schicken. Interessierte Unternehmen können Aberdeens Storage- und Server-Systeme zehn Tage kostenlos testen.

PrimeArray Systems FlexNAS 6800E XT
Das mit 4975 Dollar teuerste System im Test war Flex-NAS-6800E-XT. Dafür bietet die Box aber auch einige Highend-Features, beispielsweise duale Netzteile und mehrere Netzwerkschnittstellen. Leider zeigte Flex-NAS eine nur bescheidene Performance. Primearray bietet noch andere NAS-Systeme mit schnelleren Prozessoren und S-ATA-Platten, die sehr wahrscheinlich eine bessere Performance liefern als das getestete Modell. Aber jene Systeme hätten vermutlich weder die gleichen Features gezeigt, noch die Preisvorgabe erfüllt.

Das Testgerät kam mit einem 1,26-GHz-Pentium-III-Prozessor, 512 MByte RAM und vier 250-GByte-P-ATA-Platten in Hot-Swap-Schächten. Das vier Höheneinheiten umfassende Chassis enthält Dual-Gigabit-Ethernet-Schnittstellen, redundante Netzteile und bietet Platz für zwei 5,25-Zoll-Band- oder optische Laufwerke. Zusätzliche P-ATA-Platten finden Platz in weiteren vier Laufwerksschächten. Der Hardware-Raid-Controller des Systems unterstützt Raid 0, 1 und 5 mit Hot-Spares sowie dynamischer Raid-Erweiterung bis zur Maximalkapazität des Systems (2 TByte).

Die anfängliche Netzwerkkonfiguration erledigt der Administrator über eine LCD-Schnittstelle auf der Vorderseite; Zugriff auf das NAS-Betriebssystem erfolgt über einen Web-Browser oder einen Windows-Management-Client. Das Basissystem bietet alle Features, die zur Steuerung des Dateimanagements, der Sicherheit und des Virenschutzes notwendig sind, aber viele der Features höherer Level, beispielsweise Schnappschüsse, bestimmte Backup-Aufgaben und Band-Library-Unterstützung, erfordern eine separate Lizenzierung.

Für ein solch teures System war die Performance enttäuschend. Lediglich Infrants Ready-NAS, das zu rund einem Viertel des Preises verkauft wird, war schlechter. Die unterdurchschnittliche Performance des Systems ist wahrscheinlich auf die Verwendung alter P-ATA-Festplattentechnik in Kombination mit einem langsamen Pentium-III-Prozessor zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die Dual-Netzwerk-Port-Konfiguration des Systems zwar Load-Balancing unterstützt, das Einschalten dieser Funktion die Performance jedoch reduzierte.

Positiv fiel auf, dass Flex-NAS eine Menge einmaliger CD-/DVD-Features bietet, beispielsweise Disk-Imaging, -Caching und -Sharing. Werkzeuge zum Schreiben und Archivieren von Daten stehen zur Verfügung, erfordern jedoch eine separate Lizenzierung. Das Smart-NAS-System offeriert Block-Level-Datenreplikation, und das optionale Smartextend-Feature erlaubt es, bis zu zehn Flex-NAS-Systeme in einem Cluster zusammenzufassen. Das sind dann bis zu 26 TByte Kapazität auf einem einzelnen logischen Server. Dieses System wird in großen Installationen vermutlich ein Performance-Problem haben, die Erweiterungsfähigkeiten und CD-/DVD-Optionen sind jedoch gut für kleinere Umgebungen mit gemischten Medien geeignet.

Infrant Technologies ReadyNAS NV
Billige NAS-Optionen haben sich in den vergangenen zwei Jahren stark vermehrt, und Ready-NAS-NV ist ein System, das die Testkriterien erfüllte. Zu etwa einem Drittel des Preises des nächsten Konkurrenten überraschte das System mit einer substanziellen Sammlung von Speicherfeatures. Die Performance war zwar die geringste unter den Testsystemen, aber doch nicht sehr weit daneben.

Das System besitzt kleine Abmessungen und beherbergt einen einzelnen »RAIDiator 2«-Speicherprozessor«, der alle Systemfunktionen verwaltet. Dazu gehören Hardware-Raid, Ethernet- und USB-I/O. Die Firmware des »RAIDiator-NAS« sitzt auf einer internen 64-MByte-Flash-Karte. Das System verfügt über 256 MByte RAM, einen einzelnen Gigabit-Ethernet-Port und vier Hot-Swap-250-GByte-S-ATA-Festplatten, die nahe hinter der Frontklappe untergebracht sind. Das Disk-System offeriert Raid 0, 1 und 5 mit Hot-Spares, außerdem Infrants proprietäre X-Raid-Technik, die automatische Volume-Erweiterungen unterstützt. Letzteres vereinfacht spätere Migrationen auf größere Platten. Die erste Überraschung von Infrant war eine praktische Management-Applikation, »RAIDar« genannt. Die Applikation scant das Netzwerk nach verfügbaren Ready-NAS-Systemen und präsentiert sie in einem Fenster, gemeinsam mit Adressinformationen und Statusanzeige-Lämpchen. Vor dort aus kann sich der Administrator direkt bei der Web-Management-Schnittstelle anmelden, die viele Features enthält, die mit denen anderer NAS-Systeme vergleichbar sind. Das System offeriert die gleichen Protokolle und Sicherheits-, Schnappschuss- und System-Monitoring-Fähigkeiten wie andere Produkte. Infrant hat aber einige nützliche Dienste hinzugefügt, beispielsweise Multimedia-Streaming, One-Touch-Backups und automatische USB-Datentransfers von Flash-Medien.

Der Haken ist die Performance. Die Single-Port-Lese-Performance war etwa halb so gut wie die der anderen Systeme, und die Schreib-Performance lag bei rund 16 MByte/s oder rund einem Drittel der Performance der anderen Systeme. Beim Iops-Test, der den Prozessor fordert, sank die Performance verglichen mit den Wettbewerbern auf etwa 10 Prozent. Das lag sehr wahrscheinlich am Single-Chip-Design des Systems. Um fair zu sein, muss gesagt werden, dass das System nicht als Arbeitsgruppen-Lösung vermarktet wird. Somit ist zu bezweifeln, dass Ready-NAS jemals von zwölf Systemen gleichzeitig bombardiert wird. Die Testresultate sind trotzdem eine ehrliche Repräsentation der Systemperformance relativ zu den anderen Systemen der Gruppe.

Ready-NAS wird wohl kaum auf der Einkaufsliste für kritische Applikationen landen, aber die Kombination von niedrigem Preis, Datensicherheit und erweiterten Speicherfeatures mach das System zu einer idealen Wahl für viele weniger kritische Geschäfte und Soho-Applikationen.

Fazit: Applikation versus Performance
Bei Speichersystemen der Einstiegsklasse ist die Applikation alles und die Performance nur ein Teil des Bilds. Die Beurteilung der NAS-Systeme orientierte sich an fünf Kriterien: Features, Performance, Preis, Skalierbarkeit und Management. Die wirkliche Herausforderung ist, die beste Kombination der Faktoren für die jeweilige Organisation zu finden. Aus diesem Grund wurde auf alle Kriterien das gleiche Gewicht gelegt. Adaptecs-Snap-Server-520 verdiente sich die Auszeichnung »Referenz«. Das 520-System ist das mittlere System in Adaptecs neuer 500-Serie von 1HE-NAS-Geräten. Der Snap-Server-520 zeigte eine beeindruckende Performance und gewann drei von vier Schreib-/Lesetests mit Load-Balancing. Diese Performance, kombiniert mit der Flexibilität, Sicherheit und der exzellenten Feature-Sammlung des Snap-Guardian-Betriebssystems, machen den Snap-Server-520 zu einer natürlichen Wahl.

Um den zweiten Platz lieferten sich HP und Aberdeen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Systeme haben einen fast gleichen Preis (unter Berücksichtigung des zusätzlichen TByte Speicher im Aberdeen-System), und die bessere Performance von Aberdeen gleicht HP mit hervorragenden Remote-Management-Fähigkeiten aus. Beide Systeme bieten die Vertrautheit der WSS-Benutzungsschnittstelle und besitzen all das richtige Zeug für viele kleinere Unternehmen und Abteilungsanwendungen.

Ein wenig überraschte es schon, dass das billigste und das teuerste System gleiche Endergebnisse hatten. Ready-NAS-NV kombiniert einen niedrigen Preis mit nützlichen Features, zeigte im Test aber nur bescheidene Performance. Beim Flex-NAS-6800E-XT überschatteten ein hoher Preis und mittlere Performance die interessanten Features und die Skalierbarkeit des Systems. In großen Installationen könnte die Performance problematisch werden, für weniger speicherintensive Geschäftsapplikationen sind aber beide Systeme geeignet. Im Gegensatz zu den anderen Herstellern bietet Infrant keine erweiterten Support-Optionen. Hilfe gibt es lediglich per E-Mail, Online-FAQ und Live-Chat während der Geschäftszeiten.

dj@networkcomputing.de


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