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In den Real-World Labs: FC-Systeme der unteren Preiskategorie

Network-Computing-Test: Fibre-Channel-Storage-Systeme für Einsteiger

08. Oktober 2008, 13:31 Uhr   |  Andreas Stolzenberger | Kommentar(e)

Network-Computing-Test: Fibre-Channel-Storage-Systeme für Einsteiger

Das SAS-Boy von Nexsan: hohe Performance und einfaches Management.

Vier Speichersysteme der Einstiegsklasse messen sich in den Real-World Labs: SAS-Boy von Nexsan, SU 1202 von Maxdata, Clariion AX4 von EMC und DS3400 von IBM. Dabei tauchen Unterschiede an unerwarteten Stellen auf.

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Einfache Server der unteren Preis- und Leistungskategorie ähneln sich stark. Jeder Hersteller verbaut mehr oder weniger dieselben Komponenten, und so fallen Unterschiede kaum ins Gewicht.

Wer ähnliche Ergebnisse bei Speichersystemen für Einsteiger erwartet, der irrt. Zwar arbeiten alle Hersteller auch nur mit regulären Laufwerken und Controllern, doch die eingesetzte Software macht den Unterschied.

Es finden sich im unteren Preissegment Systeme, die einfach nur LUNs (Logical Unit Numbers) generieren. Daneben stehen Lösungen, die einen Leistungsumfang der gehobenen Mittelklasse aufweisen. Aber nicht bei allen Anwendern kommt es auf Dutzende Features an, sodass auch die simplen Boxen ihre Existenzberechtigung beziehungsweise Einsatzgebiete haben.

In den Real-World Labs hat Network Computing vier Entry-Level-Storage-Systeme versammelt: Den neuen SAS-Boy von Nexsan, das SU-1202 der mittlerweile insolventen Maxdata, die Clariion AX4 von EMC und die DS3400 von IBM/LSI.

SAS-Boy: Turbo ohne Hirn

Drei Speichersysteme von Nexsan haben das Labor bereits passiert – zwei davon haben es sogar in funktionstüchtigem Zustand wieder verlassen. Von Gerät zu Gerät hat Nexsan an Stabilität zugelegt, Firmware-Fehler ausgemerzt und Platten mit maroder Hardware gegen zuverlässige Laufwerke ausgetauscht.

Das Design der Nexsan-Geräte ist sehr einfach. Der Hersteller bringt für wenig Geld viel Kapazität ins SAN (Storage Area Network) und verzichtet dabei auf zusätzliche Funktionen wie Snapshots oder Ähnliches. Dafür gibt es seit der zweiten Gerätegeneration verschiedene Failover-Optionen für die Ausfallsicherheit. Bislang beschränkte sich der Hersteller ausschließlich auf ATA-Laufwerke.

Jetzt stellt Nexsan eine SAS-Variante (Serial-Attached SCSI) des bekannten S-ATA-Boy 2 vor, die mit vierzehn 15000-Touren-Laufwerken zu je 300 GByte arbeitet. Das System setzt zwei SAS-to-Fibre-Raid-Controller mit je 2 GByte Cache, zwei FC- und zwei iSCSI-Ports ein. Die Controller beherrschen neben Raid 0, 1, 4 und 5 auch das Dual-Parity-Raid 6.

Zwei Failover-Modi

In den einfachen aber nicht immer übersichtlichen Web-Dialogen des Nexsan-Management-Tools erstellt der Administrator zunächst Raid-Arrays, die später die LUNs enthalten. Jeweils ein Controller übernimmt die Hauptverantwortung für eine Raid-Gruppe.

Die LUNs des einen Controllers lassen sich aber auch über die Ports des zweiten ansprechen. Nexsan offeriert im Dual-Controller-Modell einen Active-Passive- und zwei Active-Active-Failover-Modi.

Beim Active-Passive-Betrieb arbeiten nur zwei der vier FC-Ports. Fällt ein Port aus, übernimmt einer der beiden passiven dessen WWN (World Wide Name, die Adresse des FC-Ports) und setzt den Betrieb fort. Dieser Modus verlangt keine Multipath-Software auf dem Client-OS.

Beim Active-Active-Modus lassen sich alle vier Ports für Zugriffe nutzen. Bei einem Ausfall eines Ports muss der Client selbst auf einen alternativen Pfad umschalten. Neben reinem FC-FC-Failover können auch die vier iSCSI-Ports als Failover-Pfade dienen.

Die Controller unterstützen die On- und Offline-Generation von Arrays mit Raid 4, 5 und 6. Eilige Administratoren können also sofort auf neue LUNs zugreifen, die jedoch bis zu ihrer vollständigen Initialisierung langsamer arbeiten.

Wer Zeit hat, wählt die Offline-Initialisierung. Hier muss der Verwalter auf die vollständige Formatierung warten, bevor er ein Array nutzen kann.

Im Test zeigt sich der SAS-Boy als schnörkelloses, spartanisches Speichersystem. Viel zu konfigurieren gibt es nicht, und zusätzliche SAN-Funktionen fehlen.

Das Basis-Setup lässt sich binnen weniger Minuten erledigen. Was dem SAS-Boy an Funktionen fehlt, macht er mit roher Performance wett. Ein Durchsatz-Test, der in einem einzelnen Thread 8 GByte Daten sequentiell an das Speichersystem überträgt (Raid-5-Array mit sieben Disks), erreicht im Test bis zu 385 MByte/s. Das schafft kein anderes System im Test.

Allerdings hat eines der anderen Geräte kein Array mit ebenso vielen Spindeln, und ein anderes arbeitet mit 2-GBit/s-FC-Ports. Auch ein Raid-6-Array mit sechs Laufwerken kann sich mit 250 MByte/s sehen lassen. Dafür bleibt der Boy mit rund 15000 Random-I/Os pro Sekunde hinter einigen Konkurrenten zurück.

Fazit

Der SAS-Boy überzeugt durch eine schlichte Ausstattung bei guter sequentieller Block-Performance. Er eignet sich für Streaming-Dienste, Fileserver oder auch als Speicher für Vmware oder Exchange-Cluster. Applikationen mit vielen parallelen Random-I/O-Zugriffen wie Datenbanken kann das Nexsan-Speichersystem hingegen nicht so gut versorgen.

Im Test leistet eines der Volumes sehr gute Dienste als Backend-Speicher für eine Falconstor Virtual-Tape-Library. Auch der Betrieb des Boys hinter einer Speicher-Virtualisierungs-Appliance wie IP-Stor funktioniert gut.

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1. Network-Computing-Test: Fibre-Channel-Storage-Systeme für Einsteiger
2. Maxdata SU1202: Flott aus dem Baukasten
3. Clariion Ultralite: AX4
4. IBM DS3400: Zügiger Zufall

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