In den Real-World Labs: FC-Systeme der unteren Preiskategorie

Network-Computing-Test: Fibre-Channel-Storage-Systeme für Einsteiger

8. Oktober 2008, 13:31 Uhr | Andreas Stolzenberger

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Maxdata SU1202: Flott aus dem Baukasten

Mit einer OEM-Version der Software von Open-E:das SU-1202 von Maxdata.
Mit einer OEM-Version der Software von Open-E:das SU-1202 von Maxdata.

Schon seit ein paar Monaten verrichtet ein Maxdata SU-1202 seinen Dienst im Labor. Wie mehrfach berichtet, ist das Unternehmen mittlerweile insolvent. Den Namen hat die taiwanesische Quanmax Inc. gekauft. Dier neue Besitzer baut Maxdata derzeit zu einem Distributor von Servern und Client-Systemen um.

Das SU-1202 basiert auf Intels-OEM-Storage-Plattform SSR212. Es fasst zwölf SAS oder S-ATA-Laufwerke, die ein LSI-SAS-Raid-Controller über vier Ports steuert. Für den Test entsandte Maxdata eine Konfiguration mit sechs 15000 Touren schnellen SAS-Laufwerken »ST3300655SS«.

Seagate hatte Network Computing zuvor bereits fünf Laufwerke dieses Typs für Tests von Speichersystemen und Raid-Controllern zur Verfügung gestellt. Daher erweitert das Laborteam die Grundausstattung des SU-1202 auf insgesamt elf Laufwerke.

Der Rechner im Speichersystem verfügt über eine Quad-Core-Xeon-CPU vom Typ 5310 mit 1,6 GHz und 2 GByte RAM. Eigentlich vermarktet Maxdata den SU1201 als iSCSI- und NAS-Appliance. Je nach Kundenwunsch setzt der Hersteller dazu entweder den »Windows-2003-Storage-Server« oder den »Maxdata Universal-Storage-Server« (USS) ein – eine OEM-Version des Open-E-DSS.

Da die äußerst leistungsfähige Konfiguration mit elf 15000er SAS-Platten einfach zu schnell für den Windows-Storage-Server oder iSCSI ist (Perlen vor die …), rüstet Network Computing kurzerhand einen Dual-Port-FC-Adapter Qlogic 2342 nach, den die Maxdata-USS-Software im Target-Mode unterstützt.

Das aufgewertete Speichersystem kann sich durchaus mit den anderen Probanden messen lassen, wie die weiteren Tests zeigen.

Die »NWC-Edition« des SU 1202 arbeitet im Test mit einem 10-Platten-Raid-5-Verband und einem Spare-Laufwerk. Alternativ ließe sich auch Raid-6 verwenden. Network Computing nutzt überwiegend die FC-Funktion des USS.

Hier hat Open-E leider noch Nachholbedarf. Der Verwalter muss die WWNs der angebundenen FC-Initiatoren manuell eintippen und zu Client-Gruppen zusammenfügen. Die erstellten LUNs präsentiert das Speichersystem an beiden FC-Ports, sodass die angebundenen Server mit Multipath-Option beim Ausfall eines Ports auf den anderen umschalten können.

Leider kann der DSS/USS ein als FC-LUN deklariertes Volume auch nur über FC präsentieren. iSCSI dient nicht als alternativer Pfad. Hier will Open-E jedoch mit kommenden Versionen des DSS nachbessern. Positiv fällt dabei auf, dass sich die DSS-Software-Updates von der Open-E-Website direkt auf dem Maxdata-System einspielen lassen.

Die Performance des modifizierten SU 1202 ist überraschend hoch. Ein Durchsatz-Test erreicht mit 200 MByte/s Schreibperformance nahezu das Tempolimit eines einzelnen 2-GBit/s-Ports. Startet Network Computing den Durchsatz-Test parallel auf zwei Rechnern, die das SU 1202 über verschiedene Ports ansprechen, erreichen beide Test-PCs Transferraten von 180 MByte/s und darüber.

Die aggregierte Bandbreite liegt damit bei etwa 360 MByte/s. Auch bei den I/Os lässt sich das Maxdata-System nicht lumpen. 20000 I/Os pro Sekunde bei Random-Zugriffen ermittelt das Testteam.

Das aufgebohrte Maxdata SU-1202 als »Baukastensystem« erreicht mit Hilfe der Open-E-Software sehr hohe Performancewerte, lässt dafür aber viele FC-Funktionen vermissen.

Es eignet sich dafür gut für Installationen, bei denen ein Speichersystem parallel mehrere Aufgaben erledigt – also neben FC-SAN- auch noch NFS/SMB-NAS-Dienste übernimmt. Im Labor in Poing setzt Network Computing das SU 1202 derzeit exklusiv als Backend-Speicher für »IPStor«-Appliances von Falconstor ein.

Auf Grund der guten Performancewerte wird Network Computing das SU-1202 nach Abschluss dieses Tests weiter modifizieren. Auf dem System werden wir Suns Open Solaris 11 mit dem Comstar-Diskserver installieren. Anschließend wird es mit einem 8-GBit/s-FC-Adapter von Qlogic erste Messungen mit der bislang schnellsten aller FC-Normen absolvieren müssen.

Sollte Maxdata wegen der angesprochenen Probleme das SU 1202 nicht mehr liefern können, gelten die Testergebnisse für die Kombination Intel SSR212 mit Open-E-DSS, wie man sie auch im Portfolio anderer Hersteller findet.


  1. Network-Computing-Test: Fibre-Channel-Storage-Systeme für Einsteiger
  2. Maxdata SU1202: Flott aus dem Baukasten
  3. Clariion Ultralite: AX4
  4. IBM DS3400: Zügiger Zufall

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