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Praxis: Virtualisierungsrisiko real berechnen

28. Mai 2010, 14:41 Uhr   |  Bernd Reder | Kommentar(e)

Praxis: Virtualisierungsrisiko real berechnen

Server-Virtualisierung und -Konsolidierung ist in den meisten Rechenzentren längst Realität. Die Konzentration vieler Prozesse auf ein und derselben Hardware erfordert allerdings eine Neubewertung des finanziellen Ausfallrisikos. Wer die Kosten einer Downtime vorausberechnet, sieht sofort, wie viel ihm die Hochverfügbarkeit seiner Server wert sein sollte.

Die Zeiten, in denen sich leistungsstarke Server mit wenigen Aufgaben langweilten, sind vorbei. Server-Virtualisierung vermeidet durch eine Trennschicht zwischen Hardware und Betriebssystemen die gegenseitige Beeinflussung der installierten Workloads.

In friedlicher Eintracht teilen sich nun mehrere virtuelle Maschinen einen Rechner. Programme, die früher allein schon aus Inkompatibilitätsgründen auf mehrere physische Server verteilt wurden, laufen nun auf einem Rechner.

Ein weiterer Vorteil von Virtualisierung: Server können zeitweise oder komplett ausgeschaltet werden. Die Umwelt freut es – und auch das Controlling macht gerne mit, denn die Kosten sinken dadurch.

Risikobewertung muss neu vorgenommen werden

Weniger kooperativ zeigen sich die Zahlenjongleure allerdings, wenn es um das Thema Datenabsicherung und Hochverfügbarkeit geht. Da soll in Hard- und Software investiert werden, die nicht unmittelbar produktiv ist. So wird in der Regel eine Risikoabschätzung in Euro und Cent gefordert, um eine sinnvolle Investitionsentscheidung vorzubereiten. Schließlich will man ja nicht mit der teuersten Redundanz-Kanone auf einen Risiko-Spatzen schießen.

Schadensprognosen für den Downtime-Fall gibt es in vielen Unternehmen, sie wurden aber nicht selten vor der Virtualisierung erstellt und sollten der neuen Risikosituation angepasst werden. Denn das Risiko verteilt sich nach der Virtualisierung anders als zuvor.

Insgesamt sind weniger Server am Netz – und wo weniger Hardware ist, kann logischerweise auch weniger kaputt gehen. Das ist die gute Nachricht.

Die schlechte: Das Risiko kumuliert sich auf den konsolidierten Servern. Fällt einer von ihnen aus, ist sofort eine ganze Reihe von Services nicht mehr verfügbar. Dann wird aus dem Risiko-Spatz schnell ein kapitaler Pleitegeier.

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1. Praxis: Virtualisierungsrisiko real berechnen
2. Kosten von Serverausfällen berechnen
3. Rolle von Backups
4. Recovery – automatisch oder manuell

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