Schwerpunkte

Klimaschutz und Digitalisierung

Problem und Lösung zugleich

24. November 2020, 13:03 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Problem und Lösung zugleich

Digitalisierung und vor allem immer mehr Rechenzentren treiben den Strombedarf in die Höhe. Gleichzeitig kann ein hoher Digitalisierungsgrad CO2-Emissionen senken helfen. Und das nicht zu knapp, wie der Bitkom ausführt.

Eine umfassende Digitalisierung in den Bereichen Mobilität und Verkehr, industrielle Fertigung und bei Gebäuden kann einer Accenture-Studie zufolge fast die Hälfte zur Einhaltung der deutschen Klimaziele beitragen. »Bis zu 120 Megatonnen Kohlendioxid können bis 2030 im besten Fall eingespart werden«, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Der Bitkom hatte die Studie in Auftrag gegeben hatte. Das entspreche fast jeder zweiten Tonne dessen, was Deutschland noch einsparen muss, um die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen. »Je schneller und konsequenter Digitaltechnologien eingesetzt werden, desto mehr CO2 können wir künftig einsparen«, sagte Berg am Dienstag.


Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen hatte sich Deutschland 2015 verpflichtet, bestimmte Klimaziele zu erreichen und Maßnahmen einzuleiten, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Im Jahr 2019 lag der CO2-Ausstoß noch bei 805 Megatonnen. 2030 darf der nur noch 543 Megatonnen betragen.


In der Studie werden insgesamt sieben Anwendungsbereiche für digitale Technologien untersucht, in denen ein besonders großer CO2-Einspareffekt erzielt werden kann. Die nun vorgelegten Ergebnisse beziehen sich auf vier Bereiche, nämlich industrielle Fertigung, Mobilität, Gebäude sowie Arbeit & Business. Bis Frühjahr 2021 folgen noch die Themen Landwirtschaft, Energie und Gesundheit.
Entscheidend werde sein, mit welchem Tempo die Digitalisierung in der kommenden Dekade vorangetrieben wird, hieß es beim Bitkom. So beziffert die Studie das CO2-Einsparpotenzial der betrachteten vier Bereiche bei einer eher moderaten Entwicklung der Digitalisierung, wie sie aktuell in Deutschland stattfindet, auf rund 78 Megatonnen bis zum Jahr 2030 - das seien 30 Prozent der notwendigen CO2-Einsparungen. Mit einer beschleunigten und gezielten Digitalisierung sei dagegen eine Verringerung um 120 Megatonnen CO2 möglich. Dies entspreche 46 Prozent der notwendigen Einsparungen.

Die Digitalisierung selbst ist ein Stromtreiber, insbesondere die wachsende Zahl von Rechenzentren erfordert auch in Unternehmen ein Umdenken in Richtung Umweltschutz. Welche Rolle Green IT und grüne Digitalisierung spielen, wie sich IT-Hersteller mittlerweile zu nachhaltigem Wirtschaften bekennen und welche Ziele sie sich getzt haben, lesen Sie in der Ausgabe 23 von ICT CHANNEL, die am kommenden Freitag erscheint.

(Mit Material von dpa)

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