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Eaton und Microsoft

Rechenzentren können das Stromnetz stabilisieren

01. September 2021, 10:36 Uhr   |  Lukas Steiglechner | Kommentar(e)

Rechenzentren können das Stromnetz stabilisieren
© Gorodenkoff - AdobeStock

Eaton und Microsoft arbeiten künftig zusammen, damit Rechenzentren künftig stabile und grüne Stromnetze unterstützen können. Das wollen die beiden Unternehmen mit unterbrechungsfreier Stromversorgung erreichen, die sich intelligent steuern lässt. So können die Systeme auf den Bedarf reagieren.

Eaton, Anbieter von Lösungen für das Energiemanagement, will künftig mit Microsoft zusammenarbeiten. Dadurch soll Geld und Energie im Rechenzentrumssegment eingespart werden. Die erweiterte Integration erneuerbarer Energien soll ein nachhaltigeres und stabileres Stromnetz schaffen. Die Ergebnisse der bisherigen Zusammenarbeit der beiden Unternehmen wurde in Form des Whitepapers „Grid-interactive data centers: enabling decarbonization and system stability“ veröffentlicht.

Microsoft und Eaton zeigen, wie die Betreiber von Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) das Stromnetz zusätzlich stabilisieren können, indem sie Energie speichern und bei Bedarf ins Netz zurückspeisen. Diese Möglichkeit stellt einen Kernbestandteil von Eatons „Everything as a Grid“-Ansatz dar, mit dem das Unternehmen die Dekarbonisierung der Energieerzeugung vorantreiben möchte.

„Erneuerbare Energien sind zwar die Energiequelle der Zukunft, aber sie schaffen zusätzliche Komplexität für das Netz“, sagt Astrid Hennevogl-Kaulhausen, Head of Sales Germany UPS Systems & Datacenter bei Eaton. „Betreiber von Rechenzentren haben die Chance, ihre USV-Anlagen zu nutzen, um die Komplexität und die Herausforderungen des Netzes zu verringern und gleichzeitig neue Einnahmequellen zu schaffen, um ihren eigenen Energieverbrauch auszugleichen.“

Ehsan Nasr, Senior Engineer Data Center Advanced Development bei Microsoft, kommentiert: „Rechenzentren sind das Herzstück unserer digitalen Wirtschaft und haben die Fähigkeit, eine leicht verfügbare, bessere Unterstützung für das Stromnetz zu bieten. Diese Unterstützung trägt dazu bei, dass die Stromnetze einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien erreichen können. Wenn die in Rechenzentren gespeicherte Energie zur Bereitstellung von Flexibilitäts- und Optimierungsdiensten genutzt wird, wird sie zu einem Asset mit einem höheren Wert, sodass Netzbetreiber, Betreiber von Rechenzentren und die Umwelt profitieren – ein dreifacher Vorteil.“

Ein Pilotprojekt für ein stabiles Stromnetz

Eatons „EnergyAware“, eine netzinteraktive USV, schützt IT-Geräte vor Spannungs- und Frequenzanomalien und kann gleichzeitig die angeschlossenen Energiespeicher nutzen, um die Stromversorgung und den Energiefluss intelligent zu steuern. In einem zugehörigen Pilotprojekt im Microsoft Innovation Center haben die Unternehmen eine USV eingesetzt, die mit Lithium-Ionen-Batterien betrieben wird. Es sollte dabei als verteilte Energieressource für Netzbetreiber dienen. Das USV-Notstromsystem ist so entwickelt, dass es auf die Netzbedingungen reagieren soll und weiß, wann es Strom aufnehmen, speichern und entladen muss, um die Frequenzregulierung für eine größere Netzstabilität zu unterstützen.

Das Pilotprojekt zeigt, mit Back-up-Stromversorgungssystemen mit einer Kapazität von Tausenden Megawatt, das Potenzial, netzstabilisierende Speicherlösungen für Rechenzentren schnell zu skalieren und erneuerbare Energien vermehrt nutzen zu können. Microsoft prüft derzeit in Zusammenarbeit mit Eaton einen weiteren möglichen Einsatz in neuen Projekten in anderen Regionen. Microsofts Zusammenarbeit mit Eaton unterstützt die Verpflichtung des Unternehmens, bis 2030 eine negative Kohlenstoffbilanz zu erreichen.

Zuerst erschienen auf funkschau.de.

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