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Videoüberwachung und WLAN-Router

Verborgenes Kundenzählen kommt im Laden an

09. Dezember 2019, 17:08 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Datenschutzbedenken

Atzberger von EHI beobachtet einen deutlichen Anstieg der Zählung mit Kameras. Die Technik sei sowieso zum Diebstahlschutz verbaut, mittlerweile würden Gesichter direkt verpixelt. Neben den Laufwegen könne sogar die Stimmung der potenziellen Kunden analysiert werden. Ein Vorteil in Zeiten, in denen der stationäre Handel kaum etwas zum Kaufverhalten seiner Kunden weiß. Die Speicherung der Daten sei allerdings ein heißes Pflaster. »Das möchte niemand anfassen«, so Atzberger. Zu groß sei die Angst bei den Händlern vor Kritik der Kunden, die großen Wert auf Datenschutz legen.

Die Verbraucherzentrale Sachsen gibt sich nicht mit der Selbstregulierung zufrieden und fordert eine entsprechende transparente und datenschutzfreundliche Regelung innerhalb der geplanten E-Privacy-Verordnung der Europäischen Union. Es müsse sichergestellt werden, dass auch durch das Tracking (Verfolgen) mit WLAN-Routern keine personenbezogenen Daten ohne Einwilligung der Kunden gespeichert werde, teilt Stefanie Siegert, Referentin für Digitales und Energie der Verbraucherzentrale Sachsen, mit. »Letztlich muss der Verbraucher entscheiden können, ob er überwacht werden möchte oder nicht«, so Siegert. Es könne nicht Aufgabe des Verbrauchers sein, die WLAN-Funktion auszuschalten, um nicht vom Netzwerk eines Kaufhauses erfasst zu werden.

Wissenschaftler Maier weist darauf hin, dass Verbraucher beim Online-Shopping wesentlich transparenter seien als in herkömmlichen Geschäften. Im stationären Handel erfasse unter Umständen ein Anbieter die Daten. Im Internet würden Daten, die durch Cookies bei ganz unterschiedlichen Plattformen gespeichert werden, hingegen zentral ausgewertet. Um die Datenerfassung zu umgehen, könne der Verbraucher die automatische Suche von Netzwerken in den Smartphone-Eigenschaften deaktivieren, rät Maier. Außerdem sei es sinnvoll, regelmäßig die Cookies im Webbrowser zu löschen.

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dpa