WLAN-Analyse als Service von Vestifi

Wegen Nachfrageboom nun Channelvertrieb

22. Dezember 2022, 12:05 Uhr | Martin Fryba
ICT CHANNEL
Netzwerk- und Channel-Experten unter einem Dach: Vestifi-Mitbegründer Till Wollenberg (li.) und Michael Dopmeier.
© ICT CHANNEL

Funkstörungen kann man mit Trial-and-Error beheben. Man kann das auch professionell und als Servicedienstleister dauerhaft in sein Angebot aufnehmen. Dafür braucht es nur ein wenig Expertise und einen Schuhkarton voll Sensoren, genannt Vestifi-Box.

WLAN in Hafen, im Firmengebäude, auf einer Messe oder einem Uni-Campus ist heute so selbstverständlich, dass man drahtlose Kommunikation erst dann wahrnimmt, wenn sie quälend langsam oder gar nicht funktioniert. Dann kommen die WLAN-Spezialisten von Vestifi aus Rostock angerückt – beziehungsweise sie kamen vorbei, um den Übertragungsproblemen auf den Grund zu gehen. So viele Funkstörungen können die rund 20 Mitarbeiter bei Vestifi gar nicht beheben, wie es sie mit steigender Nachfrage nach Drahtlosnetzen in dieser Republik gibt. Das sollen nun Systemhäuser übernehmen, und auch die müssen nicht zum Kunden vor Ort ausrücken und nicht einmal Experten der WLAN-Analyse sein.

Störanalyse und Früherkennun
Die Arbeit übernimmt eine Schuhkarton große Messstation – die Vestifi-Box. Die lässt das Systemhaus zum Kunden zustellen, der muss das Stromkabel nur in die Steckdose stecken und sie beginnt Funkdaten aufzuzeichnen und lokal zu speichern. Keine Installation ins Firmennetzwerk, kein Softwareware-Upload ist dafür nötig Bis zu 500 GB Daten werden in einer Woche aufgezeichnet, egal, welche Herstellerkomponenten funken. Einmal ans LAN angeschlossen, wo auch immer, und die Messdaten werden ins Portal von Vestifi übertragen, analysiert und daraus ein Empfehlungsprotokoll für die Störbeseitigung erstellt. Nun kann das Systemhaus die Maßnahmen umsetzen und dem Kunden gleich einen Monitoringvertrag anbieten. Datenstau erkennen, bevor er auftritt: Predictive Maintanance erspart Systemhäuser Feuerwehreinsätze und sorgt für regelmäßige Einnahmen.

„Trial-and-Error, wie oft üblich, gehört der Vergangenheit an“, sagt Till Wollenberg. Der 39-Jährige hatte sich schon als Student der Informatik gefragt, warum WLAN so langsam funktioniert. Das ist nun schon 20 Jahre her. Die PCMCI-Steckkarte Orinoco von WLAN-Pionier Lucent hat er noch in der Schublade. Klar, dass er seine Abschlussarbeit an der Uni Rostock über WLAN geschrieben hat, im Anschluss daran fünf Jahre als wissenschaftlicher Assistent dort arbeitete. 2016 dann gründete er zusammen mit Christoph Müller Vestifi.

Experte für Channel-Vertrieb gehol
Wollenberg ist Techniker durch und durch. Und so versteht sich der CTO auch heute noch. Forschung und Weiterentwicklung ist sein Ding. Mit eigener Firma ist man freilich auch als Unternehmer gefordert, und hier vor allem einen Vertrieb auf die Straße zu bringen. Dass der indirekt den Markt viel breiter abdecken kann als ein teurer Direktvertrieb, dürfte dem Startup-Unternehmer schnell klar geworden sein. Nun hat Wollenberg auch den richtigen Kenner des Channels gefunden.

„Ich kann nur Vertrieb“, sagt Michael Dopmeier im ICT CHANNEL-Gespräch. Nett kokettiert, aber der aus AVM-Zeiten bestens im IT- und TK-Channel bekannte Manager kann natürlich mehr als nur Sales. Einfach eine Palette Hardware einem Etailer in den Hof stellen, dafür braucht man keinen Geschäftsführer Vertrieb, den Vestifi seit Mitte dieses Jahres mit Dopmeier hat. Es geht um Dienstleistungen, darum, Türen zu Systemhäusern zu öffnen, bei Multiplikatoren wie Systemhauskooperation das Partnerkonzept von Vestifi zu erläutern. Eine zweistellige Anzahl von Systemhäusern setzen die WLAN-Analyse von Vestifi bereits ein, darunter Aruba/HPE- und Cisco-Partner.

Hamburger Hafen, Komsa und Fast Lane
Dabei helfen Dopmeier neben seinen Branchenkontakten auch so renommiert Endanwenderkunden wie der Hamburger Hafen. Ohne WLAN funktioniert heute keine Hafenlogistik mehr. Ein Partnervertrag mit Komsa letztes Jahr war der erste Impuls, nun auf den Partnervertrieb umzustellen und über den Channel zu wachsen. Wenn alles gut läuft, wird Dopmeier nächstes Jahr ein Schwergewicht aus der deutschen Systemhausbranche als neuen Vestifi-Partner verkünden können.

Dann könnte Dopmeier ein Satz aus der Wiedervorlag ziehen, die der CEO des großen Schulungsanbieters Fast Lane, Torsten Poels, vor drei Jahren sagte, als er der Kooperationsvertrag mit Vestifi unterzeichnete. „Unsere weltweiten Kunden profitieren jetzt von einem einmaligen Full-Service-Angebot für zukunftsweisende, stabile Wireless-Lösungen.“

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