Blech oder Cloud

Ohne Server kein “IT-as-a-Service“

Datacenter-Security
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Corona hat nicht nur das Geschäft mit Homeoffice-Ausstattung beflügelt. Viele Unternehmen haben notgedrungen auch ihre Scheu vor Cloud-Services überwunden. Die Nachfrage nach „IT-as-a-Service“ wächst massiv und befeuert auch das Geschäft mit Infrastruktur-Hardware wie Server und Storage-Produkte.

Die Corona-bedingte Ausnahmesituation hat sich für die IT-Branche zum Digitalisierungstreiber und Wachstumsturbo entwickelt. Nicht alle Bereiche konnten solche Verkaufsrekorde verzeichnen wie Notebooks und Peripheriegeräte für den Arbeitsplatz im Homeoffice. Aber die dadurch befeuerten Trends zum mobilen Arbeiten, E-Learning, E-Health, Online Shopping und mehr erfordern eben auch einen massiven Ausbau der IT-Infrastruktur und pushen das Geschäft von IT-Dienstleistern, Managed-Service- und Cloud-Anbietern.

„Der PC-Markt hatte eine riesige Sonderkonjunktur und der Trend zu Homeoffice sorgt auch weiter für Nachfrage gerade nach höherwertgien Notebook“, bestätigt Dieter Stehle, DACH-Chef der Lenovo Data Center Group, im Gespräch mit ICT CHANNEl. „Ganz so stark ist es im Datacenter-Bereich nicht, aber auch hier ist unser Geschäft 2020 um rund 14 Prozent und damit oberhalb des Marktes gewachsen und zwar über alle Bereiche hinweg. Und das setzt sich 2021 fort, auch im SMB. Die letzten beiden Quartale hat dieser Bereich das wieder aufgeholt, was letztes Jahr zunächst ausgesetzt wurde. Aber auch in diesem Jahr zeigt sich, dass MSP und Cloud Provider weiter überdurchschnittlich wachsen.“

Relevante Anbieter

Dieter Stehle, Lenovo
Dieter Stehle, DACH-Chef der Lenovo Data Center Group
© Lenovo

Auch bei Lenovo stelle man fest, dass die Corona-Situation das Einkaufs- und Beschaffungsverhalten der Kunden verändert hat. „Die Bereitschaft, IT als Service zu beziehen, ist durch Corona noch einmal gestiegen, beispielsweise durch die Notwendigkeit, Mitarbeiter von heute auf morgen ins Homeoffice zu schicken“, berichtet Stehle. „Da konnte man nicht erst die benötigte Infrastruktur aufbauen. Die Kunden mussten notgedrungen Managed Services nutzen und haben damit positive Erfahrungen gemacht. Die Einstiegsschwelle ist dadurch erheblich gesunken.“

Lenovo hat auf diesen Trend reagiert und wie bereits die Konkurrenten HPE mit „Greenlake“ und Dell „Apex“ jetzt ein umfassendes „Everything-as-a-Service”-Angebot aufgesetzt. Unter dem Markennamen „TruScale“ werden künftig nicht nur wie bisher reine Infrastrukturdienste vermarktet, sondern das komplette Portfolio des Herstellers vom ultramobilen Device bis zur Cloud mit einem einzigen Rahmenvertrag abgedeckt.

Von diesem Trend profitiere aber auch das Geschäft mit Datacenter-Ausrüstung, wie Stehle bestätigt: „Auch das Geschäft mit Hardware wächst weiter solide, denn ohne Datacenter-Infrastruktur auch keine Services.“ Und wenn immer mehr Endkunden keine eigene Infrastruktur mehr betreiben und die Leistungen als Service beziehen, dann müssten eben die Service Provider und IT-Dienstleister die Infrastruktur dafür aufbauen. Diese Entwicklung zeige sich auch im Lenovo-Channel. „Es gibt immer mehr kleine und größere Systemhäuser, die die Hardware ihrer Kunden übernehmen und betreiben. Das sind viele unserer Partner mit 50 plus Mitarbeitern. Die haben ihren Kundestamm früher mit Hardware beliefert, jetzt beliefern sie ihn mit Services. Die dafür nötige Hardware haben sie selbst im Haus oder beim Collocation Center eingestellt.“

Die Zahl der Anwendungen, die sich als Service nutzen lassen, steige unaufhörlich, so Stehle: „Das reicht von einfachen kleinen Services, über Security bis zum Helpdesk. Ab es wird auch immer wichtiger, diese zu integrieren. Denn wen ruft der Kunde denn an, wenn er Netzwerk-Probleme hat oder Helpdesk-Fragen? Hier kann sich der Partner profilieren. Ich bin absolut davon überzeugt, dass Beratung und ein ganzheitlicher Ansatz immer wichtiger werden.“


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