Wandel zum IT Solutions Provider

Konica Minoltas Geschäftsmodell im Umbruch

16. August 2022, 10:52 Uhr | Michaela Wurm | Kommentar(e)
Jörg Hartmann
Jörg Hartmann, verantwortet bei Konica Minolta das Geschäft in Deutschland
© Konica Minolta

Konica Minolta versucht seit einigen Jahren das Geschäft in Richtung IT-Lösungen zu drehen. Nach zähen Anfängen haben die Umwälzungen der Corona-Jahre dem Umbau einen kräftigen Schub verpasst, berichtet Deutschland-Chef Jörg Hartmann.

Der Wandel vom Drucker- und Kopierer-Hersteller zu einem IT-Dienstleister steht bei Konica Minolta schon seit einigen Jahren auf der Agenda. Mit der Integration des schon vor zehn Jahren übernommenen IT-Systemhauses Raber+ Märcker, das seit 2019 als Tochterfirma Konica Minolta IT Solutions firmierte, sollte der Prozess in den letzten Jahren an Fahrt gewinnen.

Doch der Umbau des Hardware-Lieferanten und vor allem die Wahrnehmung als IT Solution Provider durch Kunden und Partner ging zunächst recht zäh vonstatten. Die Umbrüche der vergangenen Corona-Jahre haben den Wandel jedoch offensichtlich beschleunigt, wie Jörg Hartmann im Gespräch mit ICT CHANNEL berichtet. Der frühere Fujitsu-Manager war 2018 zunächst als COO geholt worden. Seit dem plötzlichen Abgang von Deutschlandchef Johannes Bischof 2019 führt er die Geschäfte in Deutschland und Österreich – seit einigen Monaten im Tandem mit dem neuen Co-Geschäftsführer Jiro Tanaka.

Die Ausgangslage war nicht ermutigend. Im Vor-Corona-Jahr 2019 befand sich der japanische Konzern in der wohl größten Krise der Unternehmensgeschichte mit sinkenden Umsätzen und Gewinnmargen. Der Versuch, neue digitale Geschäftsmodelle in Zukunftsmärkte wie Big Data anzustoßen, funktionierte nicht. Der 2018 neu vorgestellte „Workplace Hub“, ein All-in-One-System, das Hardware, Software und Services in eine herstellerübergreifende Komplettlösung integrieren sollte, wurde von Branchenbeobachtern sogar als „Rohrkrepierer“ eingestuft.

 

Corona beschleunigt Transformation
Die Herausforderungen der Corona-Jahre hätten die Transformation jedoch ein Stück weit beschleunigt, auch in der Außenwahrnehmung, berichtet Hartmann: „Wir werden deutlicher als Technologie und Service Provider wahrgenommen.“ Es seien auch vermehrt Anfragen von Kunden gekommen, „mehr von der Firmen-IT zu betreiben“, etwa auch die Geräte für den hybriden Arbeitsplatz. Dementsprechend habe sich auch das Portfolio weiterentwickelt in Richtung Hybrid Work, Cloud und Microsoft 365. Und für den Microsoft-Gold-Partner habe sich auch die Zusammenarbeit deutlich ausgeweitet. Denn bei IT-Projekten sei häufig Microsoft Azure mit dabei. Alles stehe zunehmend unter dem Motto „Cloud first“. 

Und auch Konica Minolta betreibt seit kurzem die eigenen Cloud-Plattform namens „Workplace pur“. Natürlich gebe es auch noch Kunden, die statt einer Cloud- die On-Prem-Lösung „Workplace Hub“ im eigenen Rechenzentrum bevorzugen, so Hartmann. Die dürften aber zahlenmäßig recht gering sein.

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