Umfrage unter IT-Systemhäusern

Managed Services sind Treiber des IT-Geschäftes

11. November 2022, 11:00 Uhr | Stefan Adelmann | Kommentar(e)
Studie Managed Services
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Wie weit haben sich Managed Services im IT-Systemhaus- und IT-Dienstleistungs-Markt bereits etabliert, auf welchen Lösungsbereichen liegt dabei der Fokus und was sind nach wie vor die größten Hürden? Die Ergebnisse der Studie Managed Services von WEKA Consulting.

Managed Services gelten als wichtiger Grundpfeiler des Systemhaus-Geschäftes der Zukunft. Doch die Transformation zum MSP ist komplex, die Einführung entsprechender Dienste und die Entwicklung weg vom Schwerpunkt Projektgeschäft gehen mit zahlreichen technischen, strategischen und rechtlichen Herausforderungen einher. Wo also steht der hiesige Markt beim Thema Managed Services tatsächlich? ICT CHANNEL und die Schwestermedienmarken funkschau und LANline sind dieser Frage zusammen mit dem Marktforschungsinstitut IFAK im Rahmen der „Studie Managed Services“ nachgegangen, an der knapp 200 Unternehmen teilnahmen. Während zwar nur 16 Prozent der Befragten ihre Firma als Managed Service Provider bezeichnen würden und 6 Prozent darüber hinaus als Managed Security Service Provider, liegt der durchschnittliche Anteil von Managed Services am Gesamtumsatz bereits bei 32,8 Prozent. Etwas mehr als ein Vierteil erreicht zwischen 26 und 50 Prozent, 17 Prozent liegen  bei einem Anteil von 51 bis 75 Prozent. Als Vorreiter mit einem Umsatzanteil von 75 Prozent und mehr können sich hingegen 4 Prozent bezeichnen. 

Wie hat sich diese Nachfrage in den letzten 24 Monaten entwickelt
Wie hat sich diese Nachfrage in den letzten 24 Monaten entwickelt? Bei jedem zweiten befragten Unternehmen ist die Nachfrage nach Managed Services gestiegen oder sogar „sehr stark“ gestiegen. Lediglich bei 5 Prozent ist sie rückläufig. 
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Doch rund vier von fünf der befragten Unternehmen wollen künftig den Umfang erhöhen. 21 Prozent planen eine geringe Steigerung, 32 Prozent eine deutliche Erhöhung und 24 Prozent wollen den Anteil an Managed Services am Gesamtumsatz gar „massiv erhöhen“. Und das geht meist mit Investitionen einher: vor allem in Personal, aber auch in Cloud Services und Software. 27 Prozent der Unternehmen planen hingegen mittelfristig keine weiteren wirtschaftlichen Investitionen in ihren Managed Services-Bereich. 

Aufschlussreich ist auch der Blick auf das jeweilige Portfolio und die angebotenen Dienste. So rangieren Remote Monitoring- sowie Update- und Patch-Management-Lösungen (jeweils 62 Prozent) ganz vorne unter den Managed Services, dicht gefolgt von verschiedenen Services aus dem IT-Security-Bereich. Im Vergleich hingegen noch nicht allzu verbreitet sind Business-Applikationen wie das CRM oder auch Datenbanken.  

Doch Auf- und Ausbau stellen die Unternehmen vor vielfältige Hürden – und das auch in Hinblick auf ein mittlerweile äußerst wettbewerbsfreudiges Umfeld. So bewerten 26 Prozent die geringen Differenzierungsmöglichkeiten als sehr große Herausforderung, 23 Prozent tun dies wiederum bei der Sicherstellung der Finanzierung im Übergang vom Projekt- zum Managed Services-Geschäft. Zudem bezeichneten besonders viele Befragte in Summe die Automatisierung der Prozesse als große oder sehr große Herausforderung. Ähnlich steht es um rechtliche Bedenken bezüglich des Übergangs zur IT-Betriebsverantwortung. 

Wachstumstreiber

Was sind für Ihre Kunden die Hauptgründe für eine Entscheidung zugunsten von ­Managed Services?
Was sind für Ihre Kunden die Hauptgründe für eine Entscheidung zugunsten von ­Managed Services? Personal- und Know-how-Mangel sowie höhere Servicequalität: Die Anbieter von Managed Services sehen vor allem drei Gründe, die ihre Kunden überzeugen.
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Ein ausgewogenes Bild zeigt sich bei jenen Aspekten, die sich auf die Entscheidung für den Auf- und Ausbau des Geschäftsfeldes Managed Services ausgewirkt haben. In Summe bezeichneten die befragten Unternehmen vor allem den Wechsel zu wiederkehrenden, gut planbaren Umsätzen sowie eine stärkere Kundenbindung als eher wichtig oder sehr wichtig. Die größten Anteile der Antwortoption „sehr wichtig“ zeigen sich mit jeweils 20 Prozent hingegen bei „Kunden haben Managed Services aktiv gefordert“ und „Ausgleich für kaum mehr rentables Hardware-Geschäft“. 

Und wer den Sprung zum Managed Services Provider erfolgreich umsetzt, den erwarten vielfältige Chancen. Denn die Einführung entsprechender Dienste wirkt geradezu als Turbo für IT-Anbieter in ihrem Bemühen, neue Marktpotenziale zu erschließen, aus – das belegt die Studie eindeutig: Fast neun von zehn Befragten (88 Prozent) erklärten, dass sie durch Managed Services neue Kunden und/oder Projekte gewinnen oder den Umsatz steigern konnten. Ein Drittel (33 Prozent) gab an, dass dies bei ihnen in starkem Maße der Fall war, sechs Prozent sogar in sehr starkem Maße. Gut ein weiteres Drittel (37 Prozent) konnte immerhin eine mittelstarke Verbesserung bei Kunden-/Projektgewinn oder Umsatz erzielen, weitere 12 Prozent ein wenig.

Und ein Blick auf die kundenseitige Nachfrageführt vor Augen, warum Managed Services diese Schubkraft für IT-Systemhäuser und -Dienstleister entwickeln. Manche Produkte und Services muss die IT-Branche der Kundschaft erst mühsam erläutern und schmackhaft machen; bei Managed Services hingegen ist dies offenbar nicht – oder nicht mehr – der Fall. So berichtet ein Viertel der Befragten aktuell von starker Nachfrage nach Managed Services, 7 Prozent sogar von sehr starker Nachfrage. Gut ein weiteres Viertel (27 Prozent) verzeichnet eine mittelstarke Nachfrage. Aber auch von einer „weniger starken“ (27 Prozent) oder „gar keiner“ Nachfrage (5 Prozent) berichten einige der befragten Unternehmen.


  1. Managed Services sind Treiber des IT-Geschäftes
  2. Positive Impulse im zunehmenden Wettbewerb

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