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»Smishing«-Welle

Betrugs-SMS gerade stark im Umlauf

14. April 2021, 11:39 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Was tun, wenn man betroffen ist?

Die Ausnahmesituation, um die es derzeit geht beim «Smishing», nennt sich »Online-Boom in Coronazeiten«: Weil so viele Pakete bestellt werden, erscheint es Verbrauchern durchaus plausibel, angeblich mal wieder eine Sendung zu bekommen. Entsprechend niedrig ist die Hemmschwelle, um auf die Links zu klicken. Die skurrilen Namen der Webseiten allerdings sollten die Verbraucher stutzig machen.

Und was sagen die Netzbetreiber? Die Zahl der Phishing-SMS nehme zu, heißt es von der Deutschen Telekom. Laut einer Anti-Betrugs-Arbeitsgruppe der Mobilfunkanbieter wurden deutschlandweit von Januar bis März 200 000 solcher Fälle festgestellt bei allen Anbietern. Vor einem Jahr war der Vergleichswert deutlich niedriger, weil das Phänomen massenhafter Botnetz-SMS laut Telekomsprecher in Europa erst Ende 2020 begann.

Die Fallzahlen kennen die Netzbetreiber etwa durch den Einsatz von Missbrauchserkennungssoftware, die ungewöhnliches Kundenverhalten meldet: Werden von einer Kundennummer in einem Monat plötzlich Tausende SMS versendet, wird nachgefragt. Die Netzbetreiber schreiten dann ein und sperren Verbindungen zu den Links, die in den Botnetzen die Runde machen. Allein im April hat die Telekom bisher 55.000 solcher Verbindungsversuche unterdrückt und damit verhindert, dass Kunden sich versehentlich eine Schadsoftware runterladen. Bei Vodafone ist ebenfalls die Rede von einer neuen »Phishing-Welle«.

Wer keine SMS-Flatrate hat, dem drohen hohe SMS-Kosten durch den Versand. Und bei kompromittierten Verbrauchern könnten Kriminelle in einem nächsten Schritt Trojaner nachladen, um Bankdaten zu erhalten.

Auch beim Bonner Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat man das Thema im Blick. »Aktuell werden häufig SMS-Nachrichten über das Android-Schadprogramm FluBot verbreitet, das seit etwa November 2020 im Umlauf ist«, sagt ein Behördensprecher. Er berichtet von Schadsoftware, die als angebliche Apps von Fedex oder DHL getarnt seien. Nutzern mit Apple-Smartphones droht weniger Gefahr: Bei ihnen kann sich die Schadsoftware nicht »einnisten«, sie werden nur auf Werbe- oder Phishing-Seiten umgeleitet. Bei Android kann sich die Schadsoftware hingegen leichter verankern.

Und was tun, wenn man achtlos war und doch die Software runtergeladen hat? Im Flugmodus offline gehen, Daten sichern und das Handy auf Werkseinstellungen zurücksetzen - also das Smartphone leeren und von vorne anfangen. Zudem bieten die Netzbetreiber Sicherheitsprodukte an, die das Herunterladen von Schadsoftware blockieren - bei Vodafone nennt sich das »SecureNet Service«.

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