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»Smishing«-Welle

Betrugs-SMS gerade stark im Umlauf

14. April 2021, 11:39 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Betrugs-SMS gerade stark im Umlauf
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»Smishing«, zusammengesetzt aus »Phishing« und »SMS«, heißt der neue Trend unter Cyberbetrügern. Per Klick auf einen Link in einer SMS wird der Empfänger dabei um seine Daten und sein Geld gebracht.

Es klingt nach guten Nachrichten: »Vielen Dank!«, heißt es in einer SMS. »Ihr Termin ist bestätigt.« Über einen mitgeschickten Link soll es möglich sein, die Sendung zu verfolgen. Eine andere SMS kündigt den baldigen Paketerhalt eines Elektronikhändlers an, und zwar über den Dienstleister UPS. Und noch eine andere SMS gibt Auskunft über ein weiteres Paket, das bald »von unserem Logistikpartner geliefert« werde. All diese Handy-Kurzmitteilungen haben eins gemeinsam: Die Pakete sind nicht real. Vielmehr handelt es sich um eine Betrugsmasche, die gerade Hochkonjunktur hat im Internet. Die Behörden sind alarmiert.

»Smishing« nennt man die Abzocke - eine Mischung aus SMS und Phishing. Hierbei wollen Kriminelle über sogenannte Botnetze Daten abgreifen, um sich daran zu bereichern oder anderweitigen Schaden zu verursachen. Klickt man auf die mitgeschickten Links, kommt man auf Fake-Webseiten. Deren Inhalt ist unterschiedlich: Mal hat man angeblich im Gewinnspiel gewonnen, muss hierfür aber noch Daten eingeben. Mal geht es um eine Sendungsverfolgung, hierfür aber ist angeblich noch der Download einer App nötig. Wer das tut, holt sich Ärger aufs Handy: Die Apps entpuppen sich als Schadsoftware.

Es werde eine »Prozesskette« in Gang gesetzt und sämtliche Kontakte des Adressbuchs erhielten SMS - ein »Schneeballsystem«, berichtet ein Telekom-Sprecher. Die Täter hätten mittlerweile ihre Technik verfeinert. »So benutzt die Schadsoftware in der aktuellen Welle scheinbar die Vornamen der Kontakte, um die SMS zu personalisieren. Dadurch wirken die SMS noch vertrauenswürdiger.«

Bei der in Köln angesiedelten Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime sieht man die Entwicklung mit Sorgenfalten. »Das ist eine außergewöhnlich große Häufung von Vorfällen, wir sprechen von einer Welle«, sagt Staatsanwalt Christoph Hebbecker. Es gebe eine Vielzahl von Anzeigen gegen unbekannt. Deutschlandweit haben sich diverse Polizeibehörden seit Anfang April zu Wort gemeldet und vor den Betrugs-SMS gewarnt - ob die Polizei im thüringischen Gotha oder im saarländischen Saarbrücken. Auch das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz warnte vor dem »Smishing«.

Staatsanwalt Hebbecker verweist darauf, dass sich Cyberkriminelle häufig Ausnahmesituationen aussuchten, um Profit zu machen. So sei es bei Corona-Soforthilfen für Unternehmen im vergangenen Jahr passiert. Firmen stellten unwissentlich Anträge auf Fake-Webseiten. Deren Betreiber wiederum nutzten mitunter die Daten für Anträge auf den richtigen Behördenwebseiten und bekamen die staatliche Hilfe - die tatsächlichen Antragsteller hingegen guckten zunächst in die Röhre.

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