Datenschutz und Digitalkompetenz

Deutsche misstrauen Behörden und Schulen

Aktenablage
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Nur 45 Prozent der Bundesbürger vertrauen den deutschen Behörden und Institutionen beim Datenschutz. Sehr großes Vertrauen äußern in dieser Hinsicht sogar nur 15 Prozent der Deutschen.

Während IT-Experten immer wieder monieren, die hohen Ansprüche der öffentlichen Hand an den Datenschutz würden in Deutschland viele Digitalisierungsprojekte unnötig ausbremsen, sehen das viele Bürger offenbar genau andersherum. Laut einer aktuellen Umfrage von G Data in Zusammenarbeit mit Statista und Brand Eins vertrauen den deutschen Behörden und Institutionen lediglich 45 Prozent der Deutschen beim Schutz und der Sicherheit ihrer dort erfassten und gespeicherten persönlichen Daten. Sehr großes Vertrauen in den Datenschutz der öffentlichen Hand haben sogar nur 15 Prozent. Dabei zeigt sich ein direkter Zusammenhang mit den eigenen digitalen Kompetenzen. Je besser die Bürger selbst über IT-Sicherheit informiert sind, desto größter ist auch ihr Vertrauen in die behördliche Datenverarbeitung. Unter den Befragten mit großem IT-Sicherheitswissen sprechen zwei Drittel den Behörden beim Schutz und Sicherheit von persönlichen Daten ein großes Vertrauen aus, während es unter den Bürgern mit sehr geringer IT-Sicherheitskompetenz nur halb so viele sind.

Ebenfalls skeptisch sehen die Deutschen demnach die Kompetenzen der Behörden und Schulen bei der Aufklärung von Kindern und Jugendlichen über das richtige Verhalten im Internet und möglichen Gefahren im Netz. Zwei Drittel der Befragten glauben nicht, dass den Heranwachsenden diese wichtigen Fähigkeiten in der Schule ausreichend vermittelt werden. Dieser Befürchtung pflichtet Tim Berghoff, Security Evangelist bei G Data CyberDefense, bei: „Wer sich heute über einen Mangel an IT-Fachkräften beklagt, muss zu der Erkenntnis kommen, dass das Bildungssystem hier einen Auftrag hat, frühzeitig Möglichkeiten zu eröffnen und damit langfristig Kompetenzen zu schaffen. Diesen Auftrag verschläft es seit Jahren konsequent und wälzt die Verantwortung auf die Eltern ab.“ Noch immer sei nicht überall angekommen, dass das Internet keine reine Freizeitbeschäftigung mehr sei, konstatiert Berghoff und fordert: „Da braucht es mehr als schicke und medienwirksame Leuchtturm-Projekte an einzelnen Schulen.“

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